Arbeitskammer des Saarlandes unterstützt IG-Metall-Aktionstag

Hauptgeschäftsführer Thomas Otto ruft zur Solidarität mit Beschäftigten der Automobil- und Zulieferindustrie auf

Die Arbeitskammer des Saarlandes informiert

Die Arbeitskammer des Saarlandes unterstützt den Aktionstag der IG Metall am 21. September und fordert, dass öffentliche Förderung für den industriellen Umbau an Beschäftigungssicherung und Mitbestimmung gekoppelt wird.

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Die Arbeitskammer des Saarlandes unterstützt den Aktionstag der IG Metall am 21. September. Nach Angaben der Arbeitskammer müssen die Interessen der Beschäftigten Vorrang vor kurzfristigen Renditeerwartungen und Standortkonkurrenz haben.

Aufruf zur Solidarität

Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer, erklärte:

„Die Beschäftigten der Automobil- und Zulieferindustrie haben über Jahrzehnte die Basis geschaffen, auf der die Profite und Dividenden der Konzerne beruhen. Jetzt sollen sie mit Arbeitsplatzverlust, Lohnverzicht und längeren Arbeitstagen für die Krise bezahlen. Dagegen wehren sich die Beschäftigten bundesweit und auch im Saarland zurecht. Die Arbeitskammer ruft ausdrücklich zur Solidarität mit den Beschäftigten in der Industrie auf.“

Forderung nach Beschäftigungssicherung bei Förderung

Otto forderte zudem, dass öffentliche Fördermittel für den industriellen Umbau an Bedingungen geknüpft werden:

„Die Transformation der Industrie darf nicht zur Umverteilung von unten nach oben werden. Vor allem dann nicht, wenn die Konzerne öffentliche Milliarden für den industriellen Umbau erhalten. Öffentliche Förderung muss mit Beschäftigungssicherung, Tarifbindung und echter Mitbestimmung verbunden werden. Wer den Umbau bezahlt, muss auch darüber mitentscheiden können.“

Rückgang der Industriearbeitsplätze im Saarland

Nach Angaben der Arbeitskammer ist die industrielle Wertschöpfung im Saarland in den vergangenen zehn Jahren um fast ein Drittel eingebrochen (-32 Prozent). Mehr als 23.000 Industriearbeitsplätze seien in diesem Zeitraum weggefallen.

In der Automobil- und Zulieferindustrie zeige sich dies exemplarisch: Belegschaften etwa bei Bosch oder ZF hätten auf Einkommen verzichtet und Zugeständnisse zur vermeintlichen Standortsicherung gemacht. Dennoch würden Arbeitsplätze abgebaut und Produktionen verlagert, heißt es in der Mitteilung.

Kritik an der Produktionsordnung

Die Arbeitskammer sieht die Ursachen nicht allein in Managementfehlern oder individuellem Fehlverhalten von Konzernchefs. Das Problem liege vor allem in der Funktionsweise der bestehenden Produktionsordnung: Im Konkurrenzkampf stünden Unternehmen unter permanentem Zwang, Profite zu sichern und Kosten zu senken. Gelinge dies nicht, würden Investitionen zurückgefahren, Löhne gedrückt und Arbeitsplätze abgebaut.

„Die Kosten der kapitalistischen Widersprüche dürfen nicht immer wieder auf die Beschäftigten abgewälzt werden“, so Otto.

Warnung vor Standortkonkurrenz

Die Arbeitskammer warnte zugleich davor, Belegschaften und Standorte gegeneinander auszuspielen. Der Konkurrenzkampf zwischen Werken nutze vor allem den Konzernen. Als Antwort darauf brauche es Solidarität, starke Gewerkschaften und mehr Mitbestimmung. Standortkonkurrenz spalte die Beschäftigten und schwäche ihre gemeinsame Durchsetzungsmacht – als Beispiel nannte die Arbeitskammer den Fall Ford in Saarlouis und Valencia.

Otto erklärte abschließend

„Die Arbeitskammer steht am 21. September an der Seite der Beschäftigten der Automobil- und Zuliefererindustrie – im Saarland und darüber hinaus!“

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