Wirtschaftsweise fordert makroökonomische Reaktion
Der Wirtschaftsweise Achim Truger hat in einem Beitrag für das Magazin „Surplus“ eine makroökonomische Reaktion auf den drohenden Preisschock infolge des Golfkrieges gefordert. Er warnt vor der Gefahr einer neuen Weltwirtschaftskrise und ruft die Politik in deutschland und der EU dazu auf, Vorbereitungen für eine abgestimmte Krisenreaktion zu treffen.
Vorschläge zur Krisenbewältigung
Truger schlägt vor, die Schuldenbremse auszusetzen und Preisbremsen einzuführen.Ziel sei es, übermäßige Preisanhebungen an der Zapfsäule und entlang der Wertschöpfungskette zu verhindern. Er empfiehlt die Reaktivierung von Gas-, Öl- und Strompreisbremsen, die Einsparanreize erhalten und einen sockelverbrauch begünstigen. Diese Maßnahmen sollten sowohl für private haushalte als auch für die industrie vorbereitet werden. Die Finanzpolitik müsse bereit sein, die Ausnahmeregel der Schuldenbremse zur Finanzierung solcher Maßnahmen zu aktivieren.
Vermeidung einer Preis-Lohn-Spirale
Truger betont die Notwendigkeit einer konzertierten Aktion von Staat und Tarifparteien, um eine Preis-Lohn-Spirale zu verhindern. Er schlägt die Einführung einer befristeten steuer- und sozialversicherungsfreien Inflationsausgleichsprämie vor, um Einmalzahlungen zu begünstigen. Auf EU-Ebene sollten Maßnahmen zur Unterstützung von Mitgliedstaaten ergriffen werden, die nicht über die erforderlichen finanzpolitischen Mittel verfügen. Ein solches Maßnahmenbündel könnte unnötige Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank vermeiden und die Wirtschaft nicht zusätzlich belasten.


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