Einleitung
Die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute planen, ihre Konjunkturprognosen aufgrund des Iran-Kriegs zu senken. Dies teilten Ökonomen verschiedener Institute dem Newsletter „Industrie und Handel“ von „Politico“ mit.
Hauptteil
Die Institute, darunter das Ifo-Institut, das IMK, das RWI und das IW Köln, erwarten einen Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt zwischen 0,2 und 1,0 Prozentpunkten, abhängig von der Dauer des Krieges. Timo Wollmershäuser, konjunkturchef des Ifo-Instituts, prognostiziert eine Inflationsrate von knapp 2,5 Prozent, falls die Öl- und Gaspreise bald sinken. Dies würde das Wirtschaftswachstum um 0,2 prozentpunkte auf 0,8 Prozent in diesem Jahr und 1,2 Prozent im nächsten Jahr verlangsamen.
Sollten die Energiepreise jedoch länger hoch bleiben, könnte die Inflationsrate auf 3 Prozent steigen, was das Wachstum auf 0,6 Prozent in diesem Jahr und 0,8 Prozent im nächsten Jahr bremsen würde, so Wollmershäuser.
Sebastian Dullien vom IMK äußerte sich ähnlich. Vor dem Kriegsausbruch war eine Erhöhung der Wachstumsprognose für 2026 auf 1,2 Prozent in Betracht gezogen worden, was nun nicht mehr realistisch erscheint. Sollte der Ölpreis schnell unter 100 Dollar pro Fass fallen, wären die Auswirkungen begrenzt. Ein längerer Krieg und unterbrochene Lieferungen könnten jedoch die Erholung in Deutschland gefährden.
Samina Sultan vom IW Köln warnte, dass ein Ölpreis von 100 bis 150 Dollar über zwei Jahre das Bruttoinlandsprodukt 2027 um 0,6 bis 1,0 Prozent senken könnte.
RWI-Konjunkturexperte torsten Schmid zeigte sich optimistischer. Er rechnet bei gleichbleibenden Preisen bis Ende März mit einem negativen Effekt von etwa 0,2 Prozentpunkten auf das Bruttoinlandsprodukt für 2026.











