Studie vorgestellt: Klimawandel beeinflusst Arbeitsbedingungen

Vorstellung TK-Gesundheitsreport 2025 am 03.09.2025
AsiaRestaurant SongLong Friedrichsthal

Eine Studie zeigt: Die meisten Beschäftigten in Deutschland bemerken bereits Folgen des Klimawandels am Arbeitsplatz

Mehrheit der Beschäftigten spürt Auswirkungen des Klimawandels

Laut einer am Mittwoch in berlin vorgestellten Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) geben 60 Prozent der befragten Beschäftigten in Deutschland an, bereits Auswirkungen des Klimawandels am Arbeitsplatz zu spüren. Die Befragung wurde vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) durchgeführt.

Stärkere Belastung bei Arbeit im Freien und körperlicher Tätigkeit

Beschäftigte, die überwiegend im Freien arbeiten, etwa im baugewerbe oder in der Landwirtschaft, fühlen sich mit 77 Prozent deutlich stärker vom Klimawandel betroffen als Erwerbspersonen, die drinnen arbeiten (50 prozent). Auch unter den Befragten, die schwer körperlich tätig sind, ist der Anteil mit 75 Prozent höher als bei Berufstätigen, die überwiegend am Schreibtisch arbeiten, wie beispielsweise in der Verwaltung (39 Prozent).

Unternehmen sehen geringeren Handlungsbedarf

Für die Studie wurden auch mehr als 350 Arbeitgeber befragt. Nach Angaben von IFBG-Geschäftsführer Fabian Krapf sehen nur rund 40 Prozent der befragten Unternehmensverantwortlichen aktuell Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit ihrer Angestellten.Bislang habe nur ein kleiner Teil der Unternehmen maßnahmen ergriffen, um negativen Folgen vorzubeugen.

Hindernisse für maßnahmen

Zu den Hauptgründen, die Unternehmen bislang von entsprechenden Maßnahmen abhalten, zählen hohe Kosten (41 Prozent), bürokratischer Aufwand (28 Prozent), organisatorischer Aufwand (27 Prozent), fehlende klare gesetzliche Vorgaben (25 Prozent) sowie fehlende technische Voraussetzungen (24 Prozent).

Wünsche der Beschäftigten

Bei den beschäftigten steht der Wunsch nach mehr Bewusstsein für nachhaltiges Verhalten im Unternehmen an erster Stelle (38 prozent).Es folgen bauliche Anpassungen wie die Klimatisierung von Büroräumen (35 Prozent) und flexiblere Arbeitszeiten, um beispielsweise nicht in der Mittagshitze arbeiten zu müssen (27 Prozent). Zudem wünschen sich die Beschäftigten Hitzeaktions- und Notfallpläne für Extremwetterereignisse (26 und 25 Prozent) sowie lockerere Bekleidungsvorschriften (24 Prozent).

Hintergrund der Studie

Für den Gesundheitsreport 2025 hat die TK die Krankschreibungen der rund sechs Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger von Arbeitslosengeld I. Ergänzend befragte das IFBG im Januar 2025 bundesweit 992 Beschäftigte und 351 Arbeitgeber aus verschiedenen Branchen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit.


Anzeige Kommpower

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Nach oben scrollen