DIW-Studie: Flat-Tax-Erbschaftsteuer führt zu hohen Mindereinnahmen
Ergebnisse der DIW-Studie
Eine Studie des Deutschen instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kommt zu dem Ergebnis, dass eine Flat-Tax-Erbschaftsteuer zu deutlichen Mindereinnahmen für den Staat führen würde. Ein einheitlicher Steuersatz von zehn Prozent würde das derzeitige Aufkommen aus der Erbschaftsteuer von zwölf Milliarden Euro um 4,4 Milliarden Euro oder 36 Prozent verringern. Dies gilt auch dann, wenn sämtliche Steuervorteile für Betriebserben entfallen. Die Studie wurde von der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben.Über die Ergebnisse berichtet das „Handelsblatt“ in seiner Donnerstagsausgabe.
Diskussion um Erbschaftsteuerreform
Angesichts eines bevorstehenden Urteils des Bundesverfassungsgerichts wird in der Politik seit Monaten über eine Reform der Erbschaftsteuer diskutiert. Ökonomen wie Lars Feld und Ifo-präsident Clemens Fuest bringen dabei regelmäßig das Modell einer Flat Tax ins Gespräch. Dieses sieht vor, bestehende Steuervorteile für Betriebserben abzuschaffen und einen einheitlichen Steuersatz von maximal zehn Prozent auf alle Erbschaften einzuführen.
Berechnungen zu verschiedenen Steuersätzen
Laut DIW-Studie wäre ein Flat-Tax-Tarif erst ab einem Steuersatz von 16 Prozent aufkommensneutral. Bei einem pauschalen Steuersatz von 18 Prozent könnten Mehreinnahmen von 2,2 Milliarden Euro erzielt werden. Ein Steuersatz von 25 Prozent würde zu Mehreinnahmen von 8,3 Milliarden Euro führen.
Vorschläge zur Ausgestaltung der Erbschaftsteuer
Das DIW schlägt vor, die steuervorteile für Betriebserben abzuschaffen, die Belastungen jedoch abzumildern. Unternehmen sollen die Möglichkeit erhalten,die Erbschaftsteuer über längere Zeiträume zu stunden. Zudem könne die Einziehung der Steuerforderung vom Unternehmenserfolg abhängig gemacht werden.


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