Personalflucht bei der Deutschen Bahn
Angesichts zunehmender Aggression in Zügen und Bussen droht der Deutschen Bahn eine massive Personalflucht. Laut einer Umfrage der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), über die das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet, denkt fast jeder dritte Bahnmitarbeiter über eine Kündigung nach. ein Drittel der mehr als 4.000 Befragten nannte den Anstieg von Unsicherheit und Gewalt als Grund.
Unsicherheit und Gewalt im Arbeitsalltag
Zwei Drittel der Mitarbeiter fühlen sich immer unsicherer bei der Arbeit. Die Hälfte hat bereits einen körperlichen Übergriff erlebt. Beschimpfungen, beleidigungen oder Bedrohungen erlebten 85 Prozent derjenigen, die im Kundenkontakt arbeiten. „Die ausufernde Gewalt bringt das ganze System ins Wanken“, warnte der stellvertretende EVG-Vorsitzende Kristian Loroch. Ein massiver Personalverlust sei für kein Unternehmen kompensierbar. Bahnunternehmen und Politik müssten das Problem dringend angehen, um zu verhindern, dass Züge und Busse wegen Personalmangels stehenbleiben.
Langjähriger trend der Gewaltzunahme
Die Ergebnisse der Befragung bestätigen einen langjährigen Trend, der im tödlichen Angriff auf den 36-jährigen Schaffner Serkan C. gipfelte. Zwischen 2014 und 2023 hat sich die Zahl der Körperverletzungen von 1.500 auf über 3.000 pro Jahr mehr als verdoppelt.
Forderungen nach mehr Sicherheit
Bahnmitarbeiter wünschen sich mehr Doppelbesetzungen in Zügen und mehr Sicherheitspersonal.61 Prozent fordern die Anwesenheit der Bundespolizei bei risikoreichen Fahrten. Unter den Busfahrern ist der Ruf nach mehr Sicherheit besonders stark: Neun von zehn wünschen sich Notrufoptionen, mehr geschützte Bereiche und Videoüberwachung.











