Einleitung
Kurz vor der Peking-Reise von Bundeskanzler Friedrich merz (CDU) hat Volker Treier,Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und handelskammer (DIHK),die Volksrepublik China als verlässlichen ökonomischen Partner gelobt.
Hauptteil
Treier äußerte gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, dass China angesichts der Sprunghaftigkeit von US-Präsident Donald Trump derzeit ein berechenbarerer Partner und Wettbewerber als Amerika sei. Er sieht Potenzial für eine engere Kooperation mit China in Bereichen wie Umwelttechnologie, Recycling, Medizintechnik und Kreislaufwirtschaft. Treier betonte die Bedeutung ernsthafter Gespräche mit Peking, um gemeinsame Interessen zu definieren und feste Zusagen zu erhalten.
Treier räumte jedoch ein, dass die Abhängigkeit europäischer Unternehmen von kritischen Rohstoffen aus China ein Problem darstelle. Er forderte, dass der Kanzler bei Chinas exportkontrollen für wichtige Rohstoffe wie Seltene Erden oder Permanentmagnete Transparenz und Planbarkeit für deutsche Unternehmen einfordern solle. Dies sei entscheidend für langfristige Zusagen zur Versorgung mit kritischen Rohstoffen.
Im vergangenen Herbst hatte peking zeitweise die Lieferungen des chinesischen Chip-Herstellers Nexperia blockiert,was europäische Automobilunternehmen stark belastete. Treier betonte, dass nichtöffentliche Gespräche erfolgversprechender seien als Megafon-Diplomatie.
Hintergrund
Der China-Experte Jürgen matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln kritisierte Peking wegen „massiver Wettbewerbsverzerrungen“. Er wies darauf hin,dass in China mehr subventionen fließen als in anderen Ländern. Das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China sei 2025 auf 89,3 Milliarden Euro gestiegen. Matthes erklärte, dass die stark unterbewertete chinesische Währung ein Instrument der Industriepolitik sei, um einheimischen Unternehmen Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Der Euro habe gegenüber dem Yuan seit Anfang 2020 real um mehr als 40 Prozent aufgewertet.
Matthes hob hervor, dass der Druck der chinesischen Regierung auf deutsche und europäische Betriebe zunehme, stärker vor Ort zu produzieren und Zulieferungen aus China zu beziehen. Unternehmen würden dies zunehmend tun,um ihren Marktzugang nicht zu gefährden,was dazu führe,dass Exporte durch Fertigungen in China ersetzt werden.











