Deutschland steht vor großem Renteneintritt der Babyboomer

Älteres Paar (Archiv)

Bis 2039 erreichen etwa 13,4 Millionen Erwerbstätige in Deutschland das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren

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Großer Renteneintritt der Babyboomer bis 2039

Bis 2039 werden rund 13,4 Millionen derzeitige‍ Erwerbspersonen in Deutschland das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren überschritten haben.‌ Das entspricht etwa 31 Prozent aller Erwerbspersonen,die dem Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr zur​ Verfügung standen. Dies teilte das statistische Bundesamt (Destatis) am mittwoch mit.

Jüngere generationen können ‌Babyboomer nicht ersetzen

Jüngere Altersgruppen werden die ‍sogenannten Babyboomer zahlenmäßig nicht ersetzen können. Obwohl die 60- bis 64-Jährigen bereits im Übergang zum Ruhestand waren,⁤ stellten sie im jahr‍ 2024 noch 4,4 Millionen ⁢Erwerbspersonen. Das entsprach einer ⁣Erwerbsquote von 68 Prozent in dieser Altersgruppe. ⁣Von den jüngeren Babyboomern im Alter von 55 bis 59‍ Jahren war ein deutlich höherer Anteil, nämlich 85 Prozent, noch ⁢am Arbeitsmarkt aktiv. Mit 5,6​ Millionen ⁤stellten sie über alle ⁢Altersgruppen hinweg die meisten Erwerbspersonen.

Beide ⁢Altersgruppen umfassten zusammen 10,0 Millionen Erwerbspersonen ​und damit mehr als die jüngeren Altersgruppen bis 54 Jahre. Zwar ‌hatten ‌sowohl die 45- bis 54-Jährigen als auch die 35- bis⁢ 44-Jährigen mit 90 prozent beziehungsweise 89 Prozent die höchsten Erwerbsquoten, ⁣allerdings ‍reichte die Zahl der Erwerbspersonen ⁢mit 9,3 beziehungsweise⁣ 9,8 Millionen nicht ganz an die der Babyboomer heran. ⁣Auch die 25- ⁣bis 34-Jährigen lagen mit 9,0 Millionen Erwerbspersonen deutlich unter der Zahl der ‍Babyboomer. Gleiches galt ​für die beiden jüngsten Altersgruppen unter 25 Jahren, ​die‍ sich teilweise noch in ihrer Ausbildungsphase‌ befanden und erst nach Abschluss ihrer‌ Ausbildung vollumfänglich für den Arbeitsmarkt aktiviert werden könnten.

Maßnahmen gegen den arbeitskräftemangel

Um dem⁣ künftigen‌ Arbeitskräftemangel zumindest kurzfristig entgegenzuwirken, ‌wird diskutiert,⁤ die geburtenstarken Jahrgänge ⁤umfassender im Berufsleben zu halten oder dafür zu‌ reaktivieren. Die Erwerbstätigenquote älterer Menschen ist in den vergangenen zehn Jahren bereits gestiegen: Während 2014 knapp zwei Drittel ⁣(65 Prozent) der 55- bis 64-Jährigen einer Erwerbstätigkeit nachgingen, waren es 2024 bereits drei Viertel (75 Prozent). Das entspricht einer Steigerung von 10 Prozentpunkten.

Damit⁣ ist die Erwerbstätigenquote der 55- bis ⁣64-Jährigen deutlich‍ stärker gestiegen als in jüngeren Altersgruppen. Bei den 15- bis 24-Jährigen nahm sie im selben Zeitraum um 5 Prozentpunkte auf zuletzt 51 Prozent zu. Am geringsten fiel die Steigerung bei den 25-⁣ bis 54-Jährigen aus: Hier stieg die Erwerbstätigenquote von 83 Prozent im Jahr 2014 auf 85 Prozent im Jahr 2024.

Vorzeitiger Ruhestand trotz steigender Erwerbstätigkeit

Trotz der zunehmenden Erwerbstätigkeit älterer Menschen gehen nach wie ​vor viele von ihnen vorzeitig in den Ruhestand. Die‌ Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von⁢ gesundheitlichen Einschränkungen über versicherungsrechtliche Besonderheiten wie langjährige Beitragszahlungen ⁤oder Frühverrentungsangebote von Unternehmen bis hin ⁤zum ⁢Wunsch nach mehr freizeit.

Waren mit 58 Jahren im vergangenen jahr noch 82 Prozent (2014: 74 Prozent) ⁣erwerbstätig, lag die Quote bei den 60-Jährigen bereits bei 79 Prozent (2014: 69 Prozent). Ab 62 Jahren nimmt die Erwerbstätigkeit deutlicher ab:​ 70 prozent (2014: 56 Prozent) gingen in diesem Alter einer ​Erwerbstätigkeit nach, mit​ 64 Jahren waren es noch 46 Prozent (2014: 33 Prozent). ‍Mit⁢ 66 beziehungsweise 68 Jahren war ein Großteil⁤ der Erwerbstätigen aus ⁣dem Berufsleben ausgeschieden: Die entsprechenden Erwerbstätigenquoten‌ lagen im vergangenen Jahr bei 22 Prozent (2014: 15 Prozent) und 16 ‍Prozent (2014: 11 ​Prozent).

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