Deutscher Handel mit den USA 2025 rückläufig
Von Januar bis November 2025 haben sich die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA abgeschwächt. Deutschland exportierte in diesem zeitraum Waren im wert von rund 135,8 milliarden Euro in die Vereinigten Staaten, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte. Das entspricht einem Rückgang der exporte in die USA um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Januar bis November 2024: 149,9 Milliarden Euro).
Die Importe aus den USA nach Deutschland stiegen im gleichen Zeitraum um 2,2 Prozent auf 86,9 Milliarden Euro.
Entwicklung im Vergleich zum gesamten deutschen außenhandel
Im Vergleich zum gesamten Warenhandel entwickelte sich der handel mit den USA laut Destatis sowohl auf der Export- als auch auf der Importseite unterdurchschnittlich. Die deutschen Exporte insgesamt erreichten von Januar bis November 2025 einen Warenwert von 1.444,3 Milliarden Euro. Sie verzeichneten damit nicht kalender- und saisonbereinigt ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die deutschen Importe insgesamt legten im selben Zeitraum nicht kalender- und saisonbereinigt um 4,2 Prozent auf 1.260,8 Milliarden Euro zu.
Rückgang des Exportüberschusses im Handel mit den USA
Der Rückgang der Exporte und das Plus bei den Importen ließen den Exportüberschuss Deutschlands im Handel mit den USA in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 auf 48,9 Milliarden Euro sinken. Nach angaben der Statistiker ist dies der niedrigste Wert für diesen Zeitraum seit dem jahr 2021. Im Vorjahreszeitraum 2024 hatte der Überschuss noch 64,8 Milliarden Euro betragen.
Trotz des Rückgangs um 24,6 Prozent blieben die USA in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 das Land,mit dem Deutschland den weltweit höchsten Handelsbilanzüberschuss erzielte.
Entwicklung wichtiger deutscher exportbranchen in die USA
Kraftfahrzeuge und pharmazeutische Erzeugnisse
Die für Deutschland wichtigsten Exportbranchen verzeichneten im US-Geschäft 2025 überwiegend Rückgänge. wichtigste Exportgüter in die USA waren weiterhin Kraftwagen und Kraftwagenteile. Der Wert dieser Ausfuhren sank von Januar bis November 2025 um 17,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 26,9 Milliarden Euro.Pharmazeutische Erzeugnisse zeigten dagegen ein leichtes Wachstum. Ihre Exporte in die USA nahmen im gleichen Zeitraum um 0,7 prozent auf 26,2 Milliarden Euro zu.
Maschinen, Elektronik und Chemie
Der Export von Maschinen in die USA verringerte sich um 9,0 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro. Daran schlossen sich die Exporte von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen mit einem Wert von 11,1 Milliarden Euro an. Sie lagen damit um 6,1 Prozent unter dem Niveau der ersten elf Monate 2024.
Auch die Exporte von elektrischen Ausrüstungen in die USA gingen zurück. Sie erreichten 9,8 milliarden Euro, ein Minus von 0,6 Prozent. Die Ausfuhren chemischer Erzeugnisse sanken um 14,2 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro.
Struktur der deutschen Importe aus den USA
Pharmazeutische Erzeugnisse und Fahrzeuge
bei den Importen aus den USA nach Deutschland spielten pharmazeutische Erzeugnisse die größte Rolle. Diese Warengruppe verzeichnete von Januar bis November 2025 einen Zuwachs von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 13,7 Milliarden Euro.
Zuwächse gab es im gleichen Zeitraum auch bei den Einfuhren sonstiger Fahrzeuge. Ihr Wert lag bei 11,2 Milliarden Euro, ein Plus von 26,5 Prozent. In diese Warengruppe fallen vor allem Luft- und Raumfahrzeuge, Schienenfahrzeuge sowie Schiffe.
Elektronik, Energie und Maschinen
Gestiegen sind auch die Importe von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen. Sie erhöhten sich auf 9,1 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 6,7 Prozent.Rückläufig waren dagegen die Importe von Erdöl und Erdgas aus den USA, die auf 8,6 Milliarden Euro sanken (minus 13,5 Prozent). Ebenfalls zurück gingen die Einfuhren chemischer Erzeugnisse mit 7,1 Milliarden Euro (minus 1,7 Prozent) sowie von Maschinen mit 6,3 milliarden Euro (minus 0,7 Prozent).
China löst USA als wichtigsten deutschen Handelspartner ab
Wegen der geringeren Exporte aus Deutschland verloren die USA ihre im Jahr 2024 gewonnene Position als wichtigsten Handelspartner Deutschlands gemessen am Gesamtwert aller Exporte und Importe wieder an China. Der außenhandelsumsatz mit den USA lag von Januar bis November 2025 insgesamt bei 222,8 Milliarden Euro.
Damit rangierten die Vereinigten Staaten hinter China. Der Handelsumsatz mit der Volksrepublik erreichte vor allem wegen des hohen Importvolumens aus China gut 230,8 Milliarden Euro.
Handel zwischen EU und USA legt zu
anders als im Handel zwischen Deutschland und den USA hat der Handel zwischen der Europäischen Union und den USA im zurückliegenden Jahr zugelegt.Nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat exportierten die 27 EU-Mitgliedstaaten von Januar bis November 2025 Waren im Wert von 515,9 Milliarden Euro in die USA. Das waren 4,7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2024, als die Exporte 492,9 Milliarden Euro betrugen.
Das Plus geht den Angaben zufolge fast ausschließlich auf stark steigende Exporte Irlands in die USA zurück, die um 60,6 Prozent zunahmen. 20 der 27 EU-mitgliedstaaten verzeichneten im selben Zeitraum dagegen rückläufige Exporte in die USA.
Die Importe der EU aus den USA stiegen von Januar bis November 2025 um 4,9 Prozent von 310,5 Milliarden Euro auf 325,8 Milliarden Euro. Ein großer Teil dieses Anstiegs ist auf die erhöhten Einfuhren Italiens aus den USA zurückzuführen, die um 34,4 Prozent zunahmen.
zum Vergleich: Die weltweiten Exporte der EU insgesamt legten im selben Zeitraum um 2,0 Prozent auf 2.429,0 Milliarden Euro zu. Die EU-Importe insgesamt nahmen um 2,3 Prozent auf 2.306,6 Milliarden Euro zu.
Exportüberschuss der EU im Handel mit den USA
Die Warenexporte der EU in die USA überstiegen weiterhin deutlich die Importe aus den Vereinigten Staaten. Die EU erhöhte ihren Exportüberschuss im handel mit den USA in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,2 Prozent von 182,4 Milliarden Euro auf 190,1 Milliarden Euro.
Bedeutung der Pharmaindustrie im EU-US-Handel
Das Plus im Exportgeschäft der EU mit den USA beruhte vor allem auf der gestiegenen Ausfuhr pharmazeutischer Erzeugnisse. Der Wert der Pharma-Exporte von Januar bis November 2025 belief sich auf 158,6 Milliarden Euro. das entspricht einem Anstieg um 33,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (119,0 Milliarden euro).
Auch bei den Importen der EU aus den USA gab es den wertmäßig größten Zuwachs bei pharmazeutischen Erzeugnissen. Ihr Importwert erhöhte sich im selben Zeitraum um 26,0 Prozent auf 56,5 Milliarden Euro (Januar bis November 2024: 44,9 Milliarden Euro).
Im Handel der EU mit den USA bildeten pharmazeutische Erzeugnisse sowohl im Export als auch im Import die jeweils größte Warengruppe. Irland war unter den EU-Staaten der mit abstand größte Exporteur pharmazeutischer Erzeugnisse in die USA. Größter EU-Importeur pharmazeutischer Erzeugnisse aus den USA war Italien.











