Commerzbank-Chefin kritisiert Übernahmeangebot von Unicredit
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat das Übernahmeangebot der italienischen Großbank Unicredit scharf kritisiert und die Eigenständigkeit der Commerzbank bekräftigt. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ äußerte sie Bedenken hinsichtlich der Transparenz und der wechselnden Begründungen von Unicredit-Chef Andrea Orcel. „Bis heute sind wir im Unklaren, was Unicredit eigentlich will“, sagte Orlopp.
Forderung nach klarem Konzept
Orlopp betonte, dass die Commerzbank gesprächsbereit sei, jedoch ein klares Konzept erwarte.“Wenn jemand anklopft und sagt,ich habe eine Idee,dann darf man doch erwarten,dass er auch sagt,wie die Idee aussieht“,erklärte sie. Zudem warnte sie vor den Folgen der von Unicredit angestrebten Kosten-Ertragsquote von 35 Prozent, die nur durch einen erheblichen Personalabbau erreichbar sei.
Kritik an fehlender Prämie für Aktionäre
Orlopp bemängelte, dass das aktuelle Angebot keine Prämie für die Aktionäre enthalte. Trotz des Übernahmedrucks zeigte sie sich zuversichtlich und betonte, dass die Commerzbank stark und auf Kurs sei. die Bank plane, ihre Finanzziele zu überarbeiten, um die bisherigen Planwerte zu übertreffen.
Unicredits Übernahmepläne
Seit Unicredit im Herbst 2024 bei der Commerzbank eingestiegen ist und ihren Anteil auf fast 30 Prozent ausgebaut hat, verfolgt die italienische Bank das Ziel, Deutschlands zweitgrößte Privatbank zu übernehmen. Der Vorstand der Commerzbank wehrt sich gegen diesen Vorstoß. Unicredit-Chef Andrea Orcel legte kürzlich ein freiwilliges Übernahmeangebot für die restlichen Aktien vor, um die Commerzbank an den Verhandlungstisch zu zwingen.











