Keine Gefahr für Benzinmangel in Deutschland
Das Bundeswirtschaftsministerium unter Leitung von Katherina Reiche (CDU) sieht keine Gefahr für einen Benzinmangel in Deutschland. “Die Bundesregierung geht aktuell nicht von einer physischen Mangellage aus“,heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen,über die der „Spiegel“ berichtet.
Widersprüchliche Aussagen der Ministerin
Diese Einschätzung steht im Gegensatz zu Reiches Aussagen auf einer Konferenz in den USA. Dort erklärte die CDU-Politikerin, dass bei anhaltendem Konflikt möglicherweise Ende April oder im Mai Knappheiten auftreten könnten. mit Konflikt meinte Reiche den Krieg am Golf, der zur Blockade der Hormus-Meerenge durch den Iran führte.
Hintergrund des Konflikts
Wegen der Angriffe der USA und Israels blockiert der Iran seit Wochen die hormus-Meerenge, was rund zehn Prozent der Ölmengen am Weltmarkt fehlen lässt. Das Ministerium erklärte, Reiche habe sich auf ein Worst-Case-Szenario bezogen.
Expertenmeinung
Der Öl- und Benzinexperte Steffen Bukold vom Hamburger branchendienst Energycomment sieht ebenfalls keine Mangellage. Deutschland deckt fast seinen kompletten Spritbedarf selbst, und die heimischen Raffinerien produzieren sogar mehr Benzin als verbraucht wird. Auch der Dieselbedarf wird zu rund 90 Prozent gedeckt.
Mögliche Risiken
Ein Szenario, das zu spritmangel führen könnte, wäre ein zusätzlicher Lieferstopp aus den USA. Die USA decken mit ihren Exporten rund zehn Prozent des globalen Ölbedarfs. Sollte es zu einem vollständigen Lieferstopp kommen,könnten die Mengen in Europa knapp werden.
Politische Einschätzung
US-Energieminister Wright und US-Innenminister Burgum haben betont, dass keine Ausfuhrbeschränkungen für Öl und Gas in Planung seien. Der Energiepolitiker Michael Kellner (Grüne) hält die Einschätzung der Regierung für zu optimistisch und warnt vor möglichen Erpressungen durch Donald Trump.











