Wehrbeauftragter fordert konsequenteres Vorgehen bei sexuellen Übergriffen in der Bundeswehr
Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte (CDU), fordert ein konsequenteres Vorgehen gegen sexuelle Übergriffe in der Bundeswehr. „Wer die Würde anderer verletzt, hat in unserer Bundeswehr keinen Platz“, sagte Otte dem Magazin „Focus“. „Jeder Vorfall ist einer zu viel.“ Anlass sind laufende ermittlungen zu möglichen Missständen in der Fallschirmjägertruppe.
Schutz der Soldatinnen und Soldaten
Respekt,Würde und Sicherheit im dienst
Otte betonte,es werde weiterhin eine Truppe benötigt,in der alle Angehörigen mit Respekt,Würde und Sicherheit ihren Dienst leisten können. Dies sei nicht nur eine Frage des Rechts, sondern auch eine „Frage der Haltung“. Betroffene Soldatinnen und Soldaten müssten darauf vertrauen können, dass sie nicht allein gelassen und nicht stigmatisiert, sondern ernst genommen werden. „Jeder Vorfall sexualisierten Fehlverhaltens muss aufgeklärt und geahndet werden“, erklärte der Wehrbeauftragte.
Kritik an ausstehender Dunkelfeldstudie
Verärgert äußerte sich Otte über die Verzögerung einer lange angekündigten Studie zu Ausmaß und Verbreitung sexueller Übergriffe in der Bundeswehr. „Die von meiner Vorgängerin im Amt bereits vor mehr als einem jahr empfohlene Dunkelfeldstudie, die vom Verteidigungsministerium daraufhin in Auftrag gegeben worden war, liegt noch immer nicht vor“, bemängelte er. Eine fundierte Analyze sei jedoch unerlässlich, um gezielte und wirksame Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.
Hinweise auf Dunkelziffer trotz steigender Meldungen
Trotz einer steigenden Anzahl gemeldeter Vorfälle von Verstößen gegen die sexuelle Selbstbestimmung, auch aufgrund erhöhter sensibilität und Transparenz in der Truppe, sei weiterhin von einer Dunkelziffer auszugehen, erklärte otte.










