Bauliche Mängel in Bundestagsgebäuden sorgen für Geruchsbelästigung
Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) hat bauliche Mängel in den Parlamentsgebäuden kritisiert, die zu Geruchsbelästigungen im Plenarbereich und im Jakob-kaiser-Haus führen. Nach seinen Angaben hängen die Probleme mit der Art der verbauten Abflussrohre zusammen.
Probleme mit SML-Rohren in den parlamentsgebäuden
Nouripour erklärte dem Magazin „Spiegel“, in den Gebäuden seien sogenannte SML-Rohre für den Abfluss eingesetzt worden, „leider auch waagrecht“. Dies führe dazu, dass die Rohre schneller korrodierten. Abwasser sammle sich, es entstehe Schwefelsäure, die die rohre beschädige, „und es stinkt“.
Der waagrechte einbau dieser Rohre sei „nicht sonderlich schlau“ gewesen, sagte Nouripour. Dies wisse jeder Fachmann. Der austausch der Rohre werde nun Teil der notwendigen Sanierung der Parlamentsgebäude.
Weitere bauliche Mängel und Sanierungsbedarf
Der Grünen-Politiker, der seit März 2025 das Amt des Bundestagsvizepräsidenten innehat und Vorsitzender der Kommission des Ältestenrats für Bau- und Raumangelegenheiten des Parlaments ist, verwies auf weitere bauliche Mängel.Dazu zählten undichte Stellen auf den Dächern der bundestagsbauten, die überwiegend behoben worden seien. „Aber das ist leider nicht auf Dauer“, sagte Nouripour.
Mehr als 20 Jahre nach der Inbetriebnahme des Bundestags in Berlin zeige sich, dass beim Bau Fehler gemacht worden seien. Es sei „zu sehr auf Schönheit und weniger auf Verlässlichkeit geachtet“ worden.dies wirke sich nun aus. Vor allem die flachen Dächer seien anfällig, insbesondere bei Starkregen. Mit der Zeit verliere jede Dichtung ihre Funktion, es fehle der ausreichende Ablaufwinkel.
Umfangreiche Sanierungen in den kommenden Jahrzehnten
Nouripour betonte,dass insgesamt ein erheblicher Sanierungsbedarf beim Bundestag und den Büros für Abgeordnete und Mitarbeiter bestehe. „Zwei Drittel der Gebäude müssen in den nächsten 20 Jahren saniert werden“, sagte er. Das bedeute, dass 800 bis 1.000 Büros in den kommenden zwei Jahrzehnten dauerhaft von Sanierungsarbeiten betroffen sein würden.











