Prognose eines starken El-Niño-Phänomens
Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif hält es für möglich, dass sich im Jahr 2026 ein starkes el-Niño-Klimaphänomen entwickelt. Nach Angaben von latif, der am meereswissenschaftlichen Forschungszentrum Geomar in Kiel tätig ist, werde sich die Meeresoberflächentemperatur im ostpazifik im Laufe des Spätsommers stetig erhöhen. Bis zum Jahresende könnte möglicherweise ein Super-El-Niño entstehen. „Der Revolver ist geladen“, sagte Latif dem „Spiegel“.
auswirkungen des el-Niño-Phänomens
Ein El Niño ist mit einer Abschwächung der westwärts blasenden Passatwinde verbunden. Dies führt dazu, dass weniger kaltes Wasser vor der Küste Südamerikas aufsteigen kann, wodurch sich die Wärme staut. Die Wassertemperatur an der Meeresoberfläche steigt, was zu erhöhter Verdunstung führt. Die Folge sind oftmals heftige Niederschläge in Peru, Mexiko oder Kalifornien. Im Westpazifik hingegen bleiben Regenfälle aus, insbesondere in Indonesien und Australien.
Aktuelle Entwicklungen und Unsicherheiten
„In diesem Jahr entwickelt es sich wie nach Lehrbuch“, sagte Latif. Es begann mit charakteristischen Schüben von Westwinden im Westpazifik, die dem Passat entgegenwirken und ihn ausbremsen. Vor der Küste Perus zeigt sich bereits die für einen El Niño typische anomalie: Die Meerestemperaturen sind merklich gestiegen. Es gebe jedoch noch Unsicherheiten. Im Jahr 2014 hatten Experten ebenfalls einen starken El-Niño vorhergesagt, der dann aber erst ein Jahr später eintrat.
Mögliche Fernwirkungen in europa
Im nächsten Winter könnten auch Fernwirkungen in Europa spürbar sein. Tim Hempel vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach, der sich mit saisonaler Wettervorhersage befasst, erklärte, dass sich im Falle eines ausgeprägten El Niños atmosphärische Wellen mit etwas Verzögerung bis nach Europa ausbreiten könnten. Er rechnet im Spätwinter 2027 mit starken arktischen Kälteeinbrüchen.



Schreibe einen Kommentar