Warnung vor Abhängigkeit von US-IT-unternehmen
hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hat vor einer starken Abhängigkeit von Informationstechnik aus den USA gewarnt. Vor dem Hintergrund des Vorgehens der US-Administration verwies er auf mögliche Risiken beim Einsatz von Produkten amerikanischer IT-Unternehmen.
Unternehmen wie palantir hätten enge Verflechtungen zur aktuellen US-Administration, sagte Grote der „Frankfurter Allgemeinen sonntagszeitung“ (FAS). Durch die Nutzung solcher IT-Produkte könnten Risiken und Abhängigkeiten entstehen. Dazu zählte er die mögliche Einstellung von Supportleistungen oder die Ausleitung von Daten. „Niemand hat eine Illusion darüber, dass die US-Administration jedes Mittel einsetzen wird, um ihre Interessen durchzusetzen“, sagte Grote. Hamburg setze Palantir bislang nicht ein.
Schleswig-Holstein stellt Landesverwaltung auf Open Source um
Umstieg auf lizenzfreie Software
Zur Reduzierung der Abhängigkeit von US-IT-Unternehmen stellt Schleswig-Holstein die IT seiner gesamten Landesverwaltung auf Open-source-Produkte um. „Wir machen das, um digital souverän zu werden“, sagte der zuständige Digitalisierungsminister Dirk Schrödter (CDU) der FAS.
Nach seinen Angaben wurde die E-mail-Infrastruktur sämtlicher Mitarbeiter der Landesverwaltung von Microsoft zu Open Xchange umgestellt.Betroffen sind 44.000 Postfächer. Den Angaben zufolge ist inzwischen auf 80 Prozent der Arbeitsplätze Microsoft Office deinstalliert. In den kommenden Jahren sollen sukzessive auch die Betriebssysteme von Microsoft auf Linux umgestellt werden.
Im vergangenen Jahr verzichtete das Land darauf, 28.000 neue Microsoft-Lizenzen zu erwerben. Dadurch sparte Schleswig-holstein rund 15 Millionen Euro.
Probleme bei der Umsetzung
Die bisherigen Ergebnisse der Umstellung werden als durchwachsen beschrieben. Im Herbst seien E-Mails in der Verwaltung nicht angekommen oder teilweise falsch zugestellt worden. Gerichte berichteten weiterhin von Mehrbelastungen aufgrund fehlender IT-Lösungen.
Laut Mitarbeitern seien die lizenzfreien Produkte teilweise schlechter als jene der großen US-Konzerne. Schrödter widersprach dieser Einschätzung gegenüber der FAS. „Die Lösungen,die wir einsetzen,funktionieren hervorragend. Open source funktioniert so gut wie kommerzielle Software“, sagte der minister.
Reaktionen aus Hamburg
Angesichts der Berichte über Probleme in Schleswig-Holstein bezeichnete Hamburgs Innensenator Grote den Kurs des Nachbarlandes als „mutig“. es sei richtig, stärker auf die Unabhängigkeit von US-Anbietern zu setzen, sagte er der FAS.
In hamburg gebe es bislang keine Überlegungen, die Landesverwaltung auf Open-source-Software umzustellen. Grote verwies jedoch auf die aktuelle weltpolitische Lage. Es könne sein, „dass wir in einem Jahr ganz anders darüber sprechen“, sagte der Innensenator.











