Manfred Güllner zieht sich aus Forsa zurück
Manfred Güllner, gründer des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Forsa, wird sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen.Dies teilte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mit. Güllner erklärte, dass der Hauptgrund seines Rückzugs in der Unvermeidbarkeit biologischer Prozesse liege. „Wie bei einem alten Auto rosten manche Teile, obwohl der Motor noch funktioniert“, sagte er.
Weiterhin beratend tätig
Güllner betonte, dass ihm das Aufhören nicht leichtfalle. Er werde jedoch weiterhin jeden Abend die Zahlen seines Instituts erhalten, um die politische Stimmung zu verfolgen. Dadurch könne er die Forsa-Geschäftsführung bei der Politik- und Wahlforschung beraten und seinen Newsletter fortführen. Auch stehe er Medien als Gesprächspartner zur Verfügung, wenn er fundierte Daten habe.
Kritik an Umgang mit Umfragedaten
Güllner äußerte sich besorgt über den umgang vieler Medien und Politiker mit Umfragedaten. Er kritisierte, dass es in der Branche zunehmend unzuverlässige Anbieter gebe, die Daten auf undurchsichtige Weise generieren.
Zukunft der Marktforschung
Auf die Frage nach der Zukunft der Marktforschung angesichts der Datenmengen von internetkonzernen wie Amazon, Google oder Meta, erklärte Güllner, dass Daten ohne ein Deutungsraster nutzlos seien. Es sei weiterhin notwendig, Menschen nach den Gründen für ihre Ansichten und Entscheidungen zu fragen. Die Ergebnisse solcher Primärerhebungen müssten im Kontext mit anderen Daten interpretiert werden.











