Kritik an der Betreuung von Reservisten
Der Präsident des Reservistenverbandes, Patrick Sensburg, hat Mängel bei der Betreuung von Reservisten durch die Bundeswehr kritisiert. Er bemängelte die langsamen Prozesse, die Interessenten daran hindern, ins System zu gelangen. „Wir haben viele Interessenten, aber sie kommen nicht ins System, weil die Prozesse zu langsam sind“, sagte Sensburg dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Er forderte schnellere Sicherheitsüberprüfungen und eine bessere Erfassung und Betreuung der Reserve. Zudem sei Planungssicherheit wichtig, da Übungen oft kurzfristig abgesagt würden.
Größe der Reserve
Sensburg äußerte zweifel an den Plänen des Verteidigungsministeriums, die Reserve auf 200.000 Soldaten aufzustocken. Er hält dies für unzureichend und betonte,dass die Reserve dreimal größer als die reguläre Truppe sein müsse,um durchhaltefähig zu sein. Dies entspräche 800.000 bis 900.000 Soldaten. Laut dem Bericht des Wehrbeauftragten des Bundestages, Henning Otte (CDU), waren zuletzt rund 60.000 Reservisten beordert.
Neues Wehrdienstgesetz
Das Anfang Januar in Kraft getretene Gesetz zum neuen Wehrdienst sieht vor, dass die reguläre Truppe bis 2035 auf 260.000 Soldaten anwächst und die Reserve auf 200.000. Freiwillig Wehrdienstleistende werden nach ihrem mindestens sechsmonatigen Dienst automatisch der Reserve zugeordnet, es sei denn, sie werden Zeit- oder Berufssoldaten.
Strategie der Reserve
Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums teilte dem RND mit, dass die neue „Strategie der Reserve“ in der finalen Phase sei. Weitere Informationen sollen im April nach Billigung des Dokuments durch den Bundesminister und der Unterrichtung des Parlaments folgen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte Ende Februar im Bundestag ein Reservestärkungsgesetz für diesen Sommer angekündigt.



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