Organspende: Abgeordnete starten neuen Anlauf für Widerspruchslösung

Paradigmenwechsel in der Organspende - Widerspruchsregelung jetzt! am 07.05.2026

Im Bundestag steht eine erneute Grundsatzdebatte zur Organspende bevor

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Einleitung

Im Bundestag ‌steht eine erneute Grundsatzdebatte zur Organspende bevor. Eine ⁣fraktionsübergreifende Gruppe um die SPD-Abgeordnete Sabine Dittmar hat einen Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung ‍vorgestellt.

Hauptteil

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass alle Volljährigen in Deutschland künftig als​ Organspender⁤ gelten, sofern sie nicht widersprechen. Zu den Unterstützern gehören ⁤Armin Grau (Grüne), ⁢Gitta Connemann (CDU), Peter Aumer (CSU) und Julia-Christina Stange (Linke). Dittmar erklärte, dass dieses Verfahren in vielen europäischen Ländern bereits Praxis sei. ​Ziel sei es, die Mehrheit, die offen für eine Organspende sei, ‌nicht mehr zur aktiven Zustimmung‌ zu zwingen. Stattdessen solle die ablehnende Minderheit die Initiative ergreifen müssen.

Derzeit gilt in⁤ Deutschland die erweiterte Zustimmungslösung. Organe dürfen nur entnommen werden, wenn eine Einwilligung vorliegt. ‌Fehlt diese,​ werden die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gefragt. Die Abgeordneten verweisen auf die niedrigen⁣ Spenderzahlen und die lange Warteliste schwerkranker Patienten.‍ Auch medizinische⁤ Fachgesellschaften und ‍der Bundesrat unterstützen die Widerspruchslösung.

Widerstand

Widerstand gegen den Entwurf formiert sich ebenfalls fraktionsübergreifend. Kirsten Kappert-Gonther (Grüne),​ Lars Castellucci (SPD) und‌ Stephan Pilsinger (CSU) lehnen die ⁣Widerspruchsregelung ab. ⁤Kappert-Gonther bezeichnete sie als Scheinlösung, die ethische Fragen⁢ aufwerfe. Es fehle der Beleg, dass sie die Spenderzahlen⁣ erhöhe. Erfolgreich ‌seien vielmehr gute Strukturen in Krankenhäusern, ⁢Aufklärung und einfache⁤ Dokumentation. Schweigen sei keine⁢ Zustimmung,⁢ und ​Selbstbestimmung umfasse auch das ⁢Recht, keine Entscheidung zu treffen.

Der ​Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft, Mario Schiffer, ⁤sieht die Widerspruchslösung hingegen als notwendigen Schritt, um die Anzahl der Organspenden⁢ in Deutschland zu erhöhen.

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