Forderung nach längerer lebensarbeitszeit
Bundesbankpräsident Joachim Nagel fordert angesichts der schwierigen Wirtschaftslage eine anpassung des gesetzlichen rentenalters an die steigende Lebenserwartung. “Ich plädiere schon seit Längerem dafür, das gesetzliche Rentenalter daran anzupassen, wie sich die Lebenserwartung entwickelt“, sagte Nagel dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Er betonte, dass das Land eine Antwort auf die demografische entwicklung brauche und auch unangenehme Themen wie eine längere Lebensarbeitszeit angegangen werden müssten.
Wirtschaftliche Herausforderungen
Nagel äußerte sich auch zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und betonte, dass er trotz neuer Zolldrohungen aus den USA nicht mit einer Stagnation der deutschen Wirtschaft rechne. Er forderte jedoch mehr Anstrengungen, um das Wachstum voranzutreiben. „Wir müssen auf die Fakten schauen. Und da stellen wir beim Thema Produktivität fest, dass Deutschland bereits seit Längerem international zurückfällt“, erklärte er. Das Produktivitätswachstum habe sich mehr als halbiert,was zu einem Verlust von Industriearbeitsplätzen und Marktanteilen im internationalen Wettbewerb führe. Zudem stünden die Sozialversicherungssysteme unter erheblichem Druck.
Reform der Schuldenbremse
Nagel bekräftigte seine Forderung nach einem Umbau der Schuldenbremse. „Ja,ich bin der Auffassung,dass wir hier Reformbedarf haben“,sagte er. In ihrer derzeitigen Form sichere die Schuldenbremse solide Staatsfinanzen und die EU-Fiskalregeln nicht mehr ab. Eine stabilitätsorientierte Reform der Schuldenbremse solle die neuverschuldung langfristig wieder auf den vorgesehenen Rahmen zurückführen. Dazu gehöre, dass die Verteidigungsausgaben schrittweise ohne neue Schulden finanziert würden. Eine solche Reform würde auch dazu beitragen, dass Deutschland sein AAA-Rating behalten könne, was laut Nagel „kein Selbstläufer“ sei.


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