Ischinger fordert europäische Nahost-Initiative
Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, hat Deutschland und Europa zu einer eigenständigen Nahost-Initiative aufgerufen. Angesichts des US-israelischen Krieges gegen den Iran betonte Ischinger die Notwendigkeit, nicht nur auf US-Präsident Donald Trumps Vorgehen zu reagieren. Stattdessen solle Europa mit Partnern an einer neuen Sicherheitsordnung für die Zeit nach dem Iran-Krieg arbeiten.
Kooperation mit regionalen Partnern
Ischinger schlug vor, diese Initiative gemeinsam mit der Türkei sowie Ländern in der arabischen und asiatischen Nachbarschaft zu entwickeln. Er verwies auf die Afghanistan-Konferenz auf dem Bonner Petersberg als mögliches Vorbild. Ischinger betonte, dass Europa sich nicht mit der Aussage „nicht unser Krieg“ zufriedengeben solle, da dies die strategische Bedeutung Europas mindere.
Europäische Interessen und globale Relevanz
Ischinger wies darauf hin, dass der Krieg europäische Interessen ebenso berühre wie der Ukraine-Krieg. Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi (SPD), plädierte für ein „gesundes Selbstbewusstsein“ in den Beziehungen zu den USA. Hakverdi betonte, dass Deutschland nicht immer einer Meinung mit dem US-Präsidenten sein müsse. Er hob hervor, dass der Krieg deutschland betreffe und ein Interesse an einer freien Straße von Hormus bestehe. Deutschland könne sich diplomatisch engagieren oder durch industrielle Zusammenarbeit, etwa bei der Luftabwehr mit den Golfstaaten.



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