Machtwechsel in Ungarn als Niederlage für Rechtspopulisten
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sieht im Machtwechsel in Ungarn eine Niederlage für Rechtspopulisten in Europa. „Die Abwahl Orbans ist ein politisches Urteil über ein ganzes Modell“, sagte Fratzscher dem „Handelsblatt“.
Kritik an Orbans System
Fratzscher kritisierte das System des langjährigen Ministerpräsidenten Viktor Orban,das auf Nationalismus,Korruption und wirtschaftlicher Stagnation basiere. Er bezeichnete es als gescheitert und betonte, dass autoritäre Populisten verwundbar seien, wenn ihre Bilanz sichtbar werde.
Signalwirkung für Europa
Nach dem Wahlsieg der pro-europäischen Tisza-Partei unter Oppositionsführer Peter Magyar hob Fratzscher die Signalwirkung für Deutschland hervor. Der Sturz Orbans sei ein Warnsignal für die AfD und andere extrem rechte Parteien in Europa. „Orban war ihr Vorbild – sein Sturz entlarvt die Leere ihrer Versprechen.“
Verbindung zur US-Politik
Fratzscher zog zudem eine Verbindung zur US-Politik. Er wertete den Wahlausgang als „empfindlichen Rückschlag“ für den Export der sogenannten MAGA-Ideologie („Make America great Again“) nach Europa. US-Präsident Donald Trump und sein Vizepräsident JD Vance hatten Orban im Wahlkampf unterstützt. Nach Ansicht des DIW-Chefs stünden Trump, Orban und ihre Verbündeten für dieselbe Logik: „Feindbilder statt Lösungen, Spaltung statt Wohlstand.“



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