Funke-Verlegerin kritisiert RND-Veröffentlichung
Julia Becker, Verlegerin der funke-Mediengruppe, hat die veröffentlichung des „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) über ein Treffen zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner scharf kritisiert. In einem Podcast des stellvertretenden „Bild“-Chefs Paul Ronzheimer warf Becker dem RND vor, mit nicht verifizierten Zitaten die Glaubwürdigkeit des Journalismus zu gefährden.
Hintergrund der Vorwürfe
In einem RND-Podcast war behauptet worden, Döpfner habe Merz mit den Worten „Das werden Sie noch bereuen“ bedroht, nachdem Merz angeblich eine Aufforderung Döpfners zum Aufweichen der sogenannten „Brandmauer“ abgelehnt habe. Die RND-Redaktion zog die Aussagen später zurück und räumte ein,die Zitate hätten nicht verbreitet werden dürfen. Der Springer-Verlag bezeichnete die Behauptungen als „Lüge“, die Bundesregierung sprach von „absurden Gerüchten“.
Bestätigung eines Treffens
Regierungssprecher Stefan Kornelius bestätigte ein Treffen zwischen Merz und Döpfner im Frühjahr. Merz hatte nach einer Vorstandssitzung erklärt, er sei von „einzelnen Verlagshäusern dazu aufgefordert“ worden, „eine andere Mehrheit im Bundestag“ zu suchen, was er ablehne. Kornelius betonte gegenüber der dts Nachrichtenagentur, es gebe „keinen Zusammenhang“ zwischen dem Treffen mit Döpfner und dem Zitat.
Kritik an Medien und Politik
Becker äußerte Unverständnis darüber, dass das RND das Gerücht veröffentlicht hatte. Sie betonte die Bedeutung von Glaubwürdigkeit im Journalismus und kritisierte die Nähe zwischen Medien und Politikern. Becker sagte, sie halte strikte Distanz, da sie das Gefühl habe, dass Politik und Medien zu oft zu eng miteinander verbunden seien.



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