Netanjahu: Israel will Kontrolle über Gazastreifen übernehmen

Benjamin Netanjahu (Archiv)
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Israel plant, die vollständige Kontrolle über den Gazastreifen zu übernehmen, erklärte Ministerpräsident Netanjahu

Netanjahu kündigt Kontrolle über Gazastreifen an

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat angekündigt, dass Israel die kontrolle über den gesamten Gazastreifen übernehmen will. Dies erklärte er am Donnerstag in einem Interview mit dem US-amerikanischen Fernsehsender Fox News. Netanjahu betonte, Ziel sei es, Israel und die Bevölkerung des Gazastreifens vom Terror der Hamas zu befreien.

Keine dauerhafte Besetzung geplant

Netanjahu erklärte weiter, Israel habe nicht die Absicht, den Gazastreifen dauerhaft zu behalten. Stattdessen solle die Kontrolle an Streitkräfte übergeben werden, die in der Lage seien, das Gebiet ordnungsgemäß zu regieren.

Pläne für einen Sicherheitsgürtel

Nach den Vorstellungen Netanjahus soll ein Sicherheitsgürtel eingerichtet werden.Angaben zur genauen Breite dieses Sicherheitsstreifens machte er nicht. Der Gazastreifen ist zwischen sechs und 14 Kilometer breit.

Vorwürfe gegen die Hamas und humanitäre Lage

Netanjahu warf der Hamas vor, nicht nur israelische Geiseln festzuhalten, sondern auch zwei Millionen Palästinenser. Die Hamas wolle eine Hungerpolitik umsetzen, so Netanjahu. Israel kontrolliert den Zugang zu Hilfslieferungen nach Gaza. Nach Einschätzung von Experten werden täglich mindestens 500 Lastwagen mit Hilfsgütern benötigt. In den vergangenen Wochen erreichten jedoch aufgrund israelischer Beschränkungen durchschnittlich nur etwa 70 Lastwagen pro Tag den Gazastreifen.

Ernährungssituation im Gazastreifen

Laut der analyze zur „Integrierten Klassifizierung der ernährungssicherheitsphasen“ vom Mai wird die gesamte Bevölkerung im Gazastreifen bis September mit hoher akuter Ernährungsunsicherheit (IPC-Phase 3 oder höher) konfrontiert sein. Bis zu einer halben Million Menschen könnten sich bis September in einer Katastrophensituation befinden, die durch extremen Nahrungsmangel, Hunger, Elend und Tod gekennzeichnet ist (IPC-phase 5). Im gesamten Gebiet sind mehr als 70.000 Kinder unter fünf Jahren sowie 17.000 schwangere und stillende Frauen von akuter Unterernährung betroffen.


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