Erwerbsbeteiligung von Frauen: Drei entscheidende Faktoren
Eine Analyze der Ökonomen Vanessa Bammert und Claus Michelsen vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) zeigt, dass die Erwerbsbeteiligung von Frauen vor allem von drei Faktoren abhängt. Dies berichtet der „Spiegel“.
Teilzeitquoten und Kinderbetreuung
Der Anteil weiblicher Beschäftigter ist in Branchen mit hohen Teilzeitquoten besonders hoch. Die Autoren führen dies darauf zurück, dass Frauen nach wie vor überwiegend die Kinderbetreuung übernehmen.
Weibliche Führungskräfte
Zweitens steigt der Anteil weiblicher Beschäftigter mit der quote weiblicher Führungskräfte. Diese Analyse bezieht sich auf Industriebranchen. In Organisationen mit mehr Frauen in Führungspositionen verfolgen weibliche Beschäftigte eher Karriereoptionen, und die Kündigungsraten sind niedriger.
Gehälter und Sonderzahlungen
Drittens weisen industriezweige mit hohen Gehältern und einem höheren Anteil an Sonderzahlungen wie Boni auch höhere Frauenanteile auf.
Politische Reformen und Empfehlungen
Die Auswertung erfolgt in einer Zeit,in der die bundesregierung erwägt,das Ehegattensplitting für neue ehen abzuschaffen und die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern in der Kranken- und Pflegeversicherung zu beenden,um mehr Frauen zur Erwerbsarbeit zu motivieren. Studienautor Michelsen betont die Notwendigkeit, Fehlanreize abzubauen, die einer umfangreicheren Berufstätigkeit im Wege stehen. Er bezeichnet das Ehegattensplitting als Hürde, die die Arbeitsanreize für Zweitverdiener senkt. Auch die beitragsfreie Mitversicherung sei “eine Subvention der Nichterwerbstätigkeit“.Abseits solcher Reformen empfehlen die VFA-Ökonomen,die Betreuungsinfrastruktur zu verbessern. Arbeitgeber sollten flexible Arbeitszeiten ermöglichen und Karriereoptionen sichtbar machen, um mehr weibliche Beschäftigte zu gewinnen und zu halten.










