Reiner Holznagel verteidigt Klage gegen Aktivrente
Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, hat seine angekündigte Klage gegen die Aktivrente verteidigt. In einem Interview mit dem Nachrichtenportal T-Online erklärte er, dass die Motivation, Menschen länger arbeiten zu lassen, nachvollziehbar sei. Er kritisierte jedoch die konkrete Ausgestaltung der Aktivrente, da der gleichbehandlungsgrundsatz nicht eingehalten werde. Selbstständige und Freiberufler seien ausgeschlossen.
Forderung nach gleichen Regeln
Holznagel fordert gleiche regeln für alle Erwerbstätigen. Er äußerte Zweifel, ob die Aktivrente das richtige Instrument sei, betonte jedoch, dass sie, wenn eingeführt, flächendeckend gelten müsse. Besonders Unternehmer im ländlichen Raum könnten profitieren, da viele vor der Aufgabe stünden und Nachfolger fehlten.
Kritik am Steuersystem
Holznagel sieht grundsätzliche Probleme im Steuersystem.Er kritisierte die „sehr steile Progression“ der Einkommensbesteuerung, die Mehrarbeit unattraktiv mache. viele Menschen entschieden sich daher, zusätzliche Arbeit gegen Freizeit zu tauschen. Holznagel betonte, dass sich der letzte Euro genauso lohnen müsse wie der erste.
Vorschläge zur Steuerreform
Holznagel verwies auf den Vorschlag, den Spitzensteuersatz später greifen zu lassen, was vor allem Durchschnittsverdiener entlasten würde. Der Steuerzahlerbund fordert, dass der Spitzensteuersatz von 42 Prozent erst ab 100.000 Euro zu versteuerndem Einkommen greifen solle. Zudem solle der Höchststeuersatz von 45 auf 48 prozent steigen und erst ab einem einkommen von einer Million Euro gelten.
Finanzierung der Steuerentlastung
Holznagel hält eine komplette Gegenfinanzierung der Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen über höhere Steuersätze für Reiche für unrealistisch. Dafür wären Steuersätze von 70 Prozent oder mehr nötig.Er betonte, dass echte Steuerentlastungen nur möglich seien, wenn der Staat weniger einnehme.











