Einleitung
Ein bislang unter Verschluss gehaltener Testbericht offenbart schwerwiegende Probleme beim neuen Funksystem der Bundeswehr. Die „Welt am Sonntag“ berichtet, dass die Mängel größer sind als bisher bekannt.
Hauptteil
Die Bundeswehr bewertete die im November getestete Technik als „ungenügend“ und warnte vor Risiken im Übungsbetrieb, sollte die Technik in diesem Entwicklungsstand verwendet werden. Der Einsatztest musste Ende November wegen erheblicher Fehler abgebrochen werden. Die Mängel waren so gravierend, dass bereits im Ausbildungs- und Übungsbetrieb „Gefahr für Leib und Leben“ bestand. Das System sei weder reif für den Einsatz noch für den regulären Betrieb geeignet. Ob eine Einsatzreife bis 2026 erreicht werden kann, bleibt unklar.
Technische Probleme
Besonders problematisch waren Ausfälle beim einfachen sprechfunk,etwa zwischen umgerüsteten Kampfpanzern. Funksprüche wurden teils nicht übertragen, und Soldaten konnten nicht erkennen, ob ihre Meldungen gesendet wurden. Ein verlässlicher Feuerstopp-Befehl und Feindmeldungen waren so nicht möglich, was im Gefecht ein unzulässiges Risiko darstellt. Auch zentrale Funktionen wie die Ortung eigener Kräfte (Kind force Tracking) funktionierten nur eingeschränkt. Der Sprechfunk wurde insgesamt als „mangelhaft“ bewertet, und die Reichweiten blieben hinter den Anforderungen zurück.
Reaktionen
Das Verteidigungsministerium äußerte sich auf Nachfrage der „Welt am Sonntag“ nicht zu Details und verwies auf eine spätere Unterrichtung zum Projektfortgang. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte volle Transparenz zum IT-Großprojekt „Digitalisierung Landbasierter Operationen“ (D-LBO) versprochen, bei dem es bereits im vergangenen Mai eine abgebrochene Testung gab.










