Alice Schwarzer zu Vorwürfen gegen Manuel Hagel
Alice Schwarzer sieht in den Vorwürfen gegen den CDU-Politiker Manuel Hagel wegen eines zurückliegenden Schulbesuchs keinen Fall von Sexismus. „Mir schien dieser Wahlkampf keineswegs feministisch. Im Gegenteil: Dieses acht Jahre zurückliegende Alt-Herren-Benehmen eines konservativen jungen Mannes war kaum der Rede wert und kein Sexismus“,sagte Schwarzer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Debatte um Hagels Blick auf Mädchen wertete sie kritisch als wahltaktisches Manöver.
Pelicot-Prozess und gesellschaftliche Abgründe
Erschüttert zeigte sich Schwarzer über die gesellschaftlichen Abgründe im Pelicot-Prozess. Sie betonte, dass viele „ganz normale Männer nebenan“ mitgemacht hätten. Schwarzer appellierte an Frauen, genauer hinzuschauen und weniger wegzuschauen. Sie kritisierte, dass keine der 50 Ehefrauen der angeklagten Mitvergewaltiger bereit war, das Angebot der Polizei anzunehmen, ihr Haar auf Drogen untersuchen zu lassen.
Kritik an der deutschen Rechtsprechung
Schwarzer übte massive Kritik an der deutschen Rechtsprechung bei Sexualdelikten. „Nur jeder 100. Vergewaltiger wird in Deutschland letztendlich auch verurteilt. Da muss etwas passieren!“, sagte die 83-Jährige. Hoffnung setze sie in Justizministerin Stefanie Hubig und ihre Initiative gegen den Handel mit K.o.-Tropfen.
Sprachentwicklung und Gendern
Zur aktuellen Sprachentwicklung fand Schwarzer deutliche worte. Sie lehnte die heutige Praxis des Genderns ab, obwohl es einst von „klugen Linguistinnen“ eingeführt wurde. „Mit den heutigen Auswüchsen des Genderns wollen diese Linguistinnen selber längst nichts mehr zu tun haben“, sagte Schwarzer.
Gesellschaftlicher Wandel
Für einen gesellschaftlichen Wandel müsse man sich laut Schwarzer auf Männer konzentrieren, die offen für Veränderung sind. Während ein Drittel der Männer „Machos“ und ein weiteres Drittel „feige Unentschlossene“ seien, gebe es ein Drittel „Feministen, zumindest schon mal theoretisch“. Schwarzer resümierte: „Auf sie müssen die Frauen sich konzentrieren.“











