Veronika Grimm befürwortet Lockerung des Kündigungsschutzes
Veronika Grimm,Wirtschaftsweise und Mitglied im Aufsichtsrat von Siemens Energy,hat sich für eine Lockerung des Kündigungsschutzes nach dem dänischen Modell ausgesprochen. In einem Interview mit den Zeitungen der funke-Mediengruppe erklärte sie, dass ein solches Modell sinnvoll sei, wenn es als Gesamtpaket umgesetzt werde.
Dänisches Flexicurity-Modell als Vorbild
Grimm nannte Dänemark als Vorbild für ihren Vorschlag. Dort werde die größere Kündigungsfreiheit für Unternehmen durch eine starke soziale Absicherung bei Arbeitslosigkeit und eine aktive Arbeitsmarktpolitik ausgeglichen. diese umfasse intensive Vermittlung und Weiterbildung.
Warnung vor Unsicherheit
Grimm warnte davor, die Lockerung des Kündigungsschutzes isoliert auf Deutschland zu übertragen. Dies könnte zu mehr Unsicherheit und Abstiegsängsten führen, ohne die gewünschten effekte wie mehr Einstellungen und höhere Dynamik am Arbeitsmarkt zu erzielen. Eine solche Maßnahme sei nur sozial und ökonomisch vertretbar, wenn gleichzeitig die Absicherung in Übergangsphasen verbessert und Qualifizierungsmaßnahmen ausgebaut würden.
Kritik an differenziertem Ansatz
Eine Lockerung des Kündigungsschutzes nur für Top-Verdiener, wie von Ökonom Moritz Schularick vorgeschlagen, hält Grimm nicht für zielführend. Sie bezeichnete diesen Ansatz als systematisch fragwürdig, da Kündigungsschutz arbeitsrechtlicher Bestandsschutz sei und nicht als Umverteilungsinstrument dienen solle.
Reaktionen von Grünen und Linken
Auch Grüne und Linke lehnen den Vorschlag ab. Janine Wissler, Vize-Fraktionschefin der Linksfraktion, kritisierte die Idee als Einstieg in die schleichende Aufweichung zentraler Arbeitnehmerrechte. Andreas Audretsch, grünen-Fraktionsvize, wies insbesondere Schularicks Vorschlag zurück, den Kündigungsschutz im öffentlichen Dienst zu lockern. Er betonte die Notwendigkeit echter reformen zur Senkung der Lohnnebenkosten.










