Nordrhein-Westfalens Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat vor dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart vor weiteren Einzelvorstößen aus der schwarz-roten Koalition gewarnt. Laumann äußerte gegenüber der „Welt“, dass neue Einzelforderungen reflexartig zu Kopfschütteln innerhalb der Koalition führten. Er kritisierte unausgegorene Vorschläge zur Erbschaftsteuer von der SPD und Diskussionen der CDU über Einschränkungen der Teilzeit oder den Zahnersatz im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung.
Laumann betonte die Notwendigkeit eines überlegten Gesamtkonzepts, das wirtschaftliche Notwendigkeiten und sozialen Zusammenhalt in Balance hält. Er forderte die Bundesregierung auf, ein solches Konzept aus der Arbeit der Kommissionen heraus vorzulegen und umzusetzen.In der Debatte über das gesetzliche Renteneintrittsalter sprach sich Laumann für Änderungen aus.Er plädierte für eine Kombination aus Lebensalter und Berufsjahren bei der Rentenberechnung. Wer früh ins Berufsleben einsteige, solle früher in Rente gehen können. Akademiker könnten oft bis 70 arbeiten, während dies in anderen Berufen, wie auf dem Bau, nicht möglich sei.
Laumann kritisierte zudem einen Parteitagsantrag, der das Verbot telefonischer Krankschreibungen fordert. Er wies darauf hin, dass nur ein Prozent der Krankschreibungen telefonisch erfolge und dies das Problem nicht löse.











