Anstieg der Straftaten gegen Journalisten in Deutschland
Die zahl der Straftaten gegen Journalisten in Deutschland ist zuletzt deutlich gestiegen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-fraktion hervor,über die die „Rheinische Post“ berichtet.
Statistik und Vergleich
Mit Stichtag 31. Dezember 2025 meldeten die Länder im Kriminalpolizeilichen Meldedienst für politisch motivierte Kriminalität insgesamt 818 Straftaten mit dem Ziel Medien an das Bundeskriminalamt. Darunter waren 89 Gewaltstraftaten. Dies entspricht im Schnitt rund 41 Fällen pro Monat. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 wurden 290 Fälle registriert, was etwa 24 pro Monat entspricht. Dies bedeutet einen Anstieg von etwa 71 Prozent.
Zuordnung der Straftaten
Ein Großteil der Taten wurde dem politisch rechten spektrum zugeordnet. rund ein Drittel der Gesamtfälle, 244, entfielen auf diesen bereich. 78 Fälle wurden dem Bereich „links“ zugeordnet. 153 Fälle wurden als „ausländische Ideologie“ und 31 als „religiöse Ideologie“ erfasst. Weitere 312 Delikte wurden unter „sonstige Zuordnung“ geführt, was politisch motivierte Fälle beschreibt, die sich keinem der vier Bereiche eindeutig zuordnen lassen.
Regionale Verteilung
Die gemeldeten Fälle verteilen sich ungleich auf die Bundesländer. berlin verzeichnete mit 406 Fällen fast die Hälfte aller registrierten Straftaten. Es folgen Sachsen mit 82, Bayern mit 64 und nordrhein-westfalen mit 55 Fällen.
Internet als Tatmittel
Auch im Internet nahmen die Fälle zu. Für das Jahr 2024 erfasste das BKA 217 Straftaten mit dem Angriffsziel „Medien“, bei denen das Internet als Tatmittel vermerkt ist. 2025 stieg die Zahl auf 333, häufig handelte es sich um Hasspostings.
reaktionen
David Schliesing, medienpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, zeigte sich alarmiert von den Zahlen. „das Ausmaß an gewalttätigen Übergriffen und Straftaten gegen Medienschaffende erreicht ein erschreckend hohes Niveau. Bund und Länder müssen umgehend aktiv werden und deutlich mehr für den Schutz journalistischer arbeit tun“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Das sind Zahlen, die erschrecken und an die wir uns keinesfalls gewöhnen dürfen“, mahnte Schliesing.











