SPD-Politikerin Esdar widerspricht Kanzler Merz in Debatte über Erbschaftsteuer
In der Auseinandersetzung um die Reform der erbschaftsteuer hat die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Wiebke Esdar, Bundeskanzler Friedrich Merz widersprochen. Esdar verteidigte im Gespräch mit dem magazin „Spiegel“ das SPD-Konzept und wies Kritik aus der Wirtschaft zurück.
Aussagen von Wiebke Esdar zum SPD-konzept
Esdar erklärte, das Konzept der SPD sehe vor, dass etwa 85 Prozent der Unternehmen keine erbschaftsteuer zahlen müssten. Dadurch würden nach ihren Worten die meisten Familienbetriebe und Arbeitsplätze in Deutschland geschützt. „Wer jetzt Alarm schlägt, verteidigt also nicht den Mittelstand, sondern Milliardenerben“, sagte die SPD-Politikerin.
Zur Ausgestaltung der Steuer betonte Esdar, der Handwerksbetrieb vor Ort werde nach dem SPD-Modell keine Erbschaftsteuer zahlen.Für große Unternehmen falle die Erbschaftsteuer ihrer Darstellung nach in der Regel geringer aus als das Gehalt einer Geschäftsführerin oder eines Geschäftsführers.
Kritik von Friedrich Merz
Bundeskanzler Friedrich merz hatte am Mittwochabend in einer Rede die Vorschläge der SPD kritisiert. Er warf der Partei vor, mit ihren Plänen für Verunsicherung in der Wirtschaft zu sorgen. merz sagte, er wolle nicht, dass die Weitergabe von Betrieben innerhalb von Familien durch zusätzliche Steuerlasten erschwert werde.
Streit über Ausgestaltung der Erbschaftsteuer
Esdar wies diese Bedenken zurück. Es gehe nicht darum, Erbschaften mit einem Steuersatz von 50 Prozent zu belegen. Stattdessen solle ein progressiver Steuertarif eingeführt werden, der sich in etwa an den aktuellen Steuerklassen für Vererbungen innerhalb der Familie orientieren könne.esdar kritisierte, es könne nicht sein, dass sehr hohe Vermögen nahezu steuerfrei vererbt würden, während normale Erben stärker belastet würden.










