Deutsche Tech-Unternehmer fordern Reform der Erbschaftsteuer
Mehrere erfolgreiche deutsche Tech-Unternehmer sprechen sich für eine reform der Erbschaftsteuer aus. Nach ihrer Einschätzung gefährdet eine stärkere Besteuerung von Erbschaften nicht die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Unternehmen.Das berichten die Unternehmer in Aussagen gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio.
Kritik am bestehenden System der Erbschaftsteuer
Aussagen von Sebastian klein
Der Unternehmer Sebastian Klein, der sein Vermögen mit der App Blinkist aufgebaut hat, kritisiert das bestehende System der Erbschaftsteuer. Das aktuelle System sei aus seiner Sicht nicht leistungsorientiert. leistung bedeute, dass jemand viel arbeite, etwas aufbaue und ins Risiko gehe. Leistung heiße jedoch nicht, dass jemand etwas geschenkt bekomme und sich dann weigere, Steuern zu bezahlen. In einer Leistungsgesellschaft müsse man deshalb Erben nach seiner Auffassung maximal besteuern.
Aussagen von Albrecht von Sonntag
Tech-unternehmer Albrecht von Sonntag,der sein Vermögen mit dem Vergleichsportal Idealo aufgebaut hat,bezeichnet Steuern als den notwendigen Treibstoff für die Demokratie. der Grundsatz, dass besonders starke Schultern mehr tragen müssten, müsse aus seiner Sicht auch im Erbrecht gelten. In einer fairen Gesellschaft entscheide Leistung über Lebenschancen, nicht die Höhe des Erbes. Für von Sonntag ist es selbstverständlich, dass auf besonders hohe Erbschaften deutlich höhere Steuern gezahlt werden müssen.
Bewertung des SPD-Erbschaftsteuer-Konzepts
Albrecht von Sonntag unterstützt zentrale Elemente des Erbschaftsteuer-Konzepts der SPD. Er hält die dort vorgesehene Möglichkeit, Steuern zu stunden und über mehrere Jahre abzubezahlen, für richtig. Es sei aus seiner Sicht überfällig, bei Familienunternehmen von einem radikalen Steuererlass auf eine faire Stundung zu wechseln. Wichtig sei zudem, dass auf gestundete Beträge Zinsen erhoben würden, damit die Erbschaftsteuer nicht durch Inflation entwertet werde.
Deutschland müsse nach Ansicht von Sonntag die Schlupflöcher für große Vermögen schließen und die zusätzlichen Einnahmen in Bildung investieren. Eine Reform der Erbschaftsteuer sei aus seiner Sicht überfällig.
Forderungen von Trivago-Mitgründer Rolf Schrömgens
Auch Trivago-Mitgründer Rolf schrömgens bewertet eine Reform der Erbschaftsteuer positiv. Große Vermögen würden seiner Einschätzung nach nicht gerecht besteuert. Es sei notwendig, Schlupflöcher zu schließen, die Steuergestaltung ermöglichten.
Die Möglichkeit, die Erbschaftsteuer zu stunden, könne Unternehmen nach seiner Ansicht helfen, ihre Steuerschuld aus zukünftigen Gewinnen zu begleichen. Insgesamt hält Schrömgens ein besseres System der Erbschaftsteuer für erforderlich.Er sagte dem ARD-Hauptstadtstudio, er könne sich heute entscheiden, keine Steuern zu zahlen. Diese Entscheidungsfreiheit sollte er nach eigener Aussage nicht haben.











