Verhaltener Start des Dax vor wichtigen US-Entscheidungen
Der Dax ist am Freitag mit leichten Gewinnen in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.130 Punkten berechnet und lag damit minimal über dem Schlussniveau vom Vortag.
Belastungstests durch US-Gerichtsurteil und Arbeitsmarktdaten
Erwartete Entscheidungen in den USA
Nach Einschätzung von Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, steht dem Dax am Nachmittag ein doppelter Belastungstest bevor.Zum einen wird ein mögliches Urteil des Obersten Gerichts der USA zu den reziproken Zöllen von US-Präsident Donald Trump erwartet.Zum anderen werden die US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, die eng mit den Zinshoffnungen der Anleger verknüpft sind.
stanzl zufolge hat die Rekordrally im Dax im Vorfeld dieser Ereignisse an Schwung verloren. Seit Jahresanfang seien eilig Positionen aufgebaut worden,nun warteten viele Anleger zunächst auf eine klare Bestätigung durch Daten und Entscheidungen.
Erwartungen an die US-Arbeitsmarktdaten
Nach Einschätzung des Analysten dürften die Börsen dazu tendieren, zu schwache US-Arbeitsmarktdaten auf Spätfolgen der Haushaltssperre zurückzuführen. Zu starke Daten könnten hingegen die Zinshoffnungen dämpfen. Der „Sweet Spot“ bei den Stellenschaffungen liege seiner Ansicht nach in einem mittleren Bereich.
Die Arbeitsmarktdaten der letzten beiden Tage deuteten laut Stanzl auf nichts hin, worüber sich Anleger ernsthaft Sorgen machen müssten. Eine Überraschung sei bei diesen wichtigen Daten dennoch nie auszuschließen. Schon die erwartbare kurzfristige Volatilität motiviere einige Marktteilnehmer, zunächst abzuwarten.
Möglicher Entscheid zu US-Zöllen
Für freitag rechnet Stanzl mit einem möglichen politischen Showdown in Washington. Das Oberste Gericht könnte demnach gegen 16 Uhr deutscher Zeit ein urteil über Trumps reziproke Zölle verkünden. Hunderte Unternehmen warteten darauf, ob sie noch eine Chance hätten, bereits gezahlte Zölle auf dem Rechtsweg zurückzufordern.
Für den Aktienmarkt wäre es nach Einschätzung des Analysten kurzfristig ein positives Signal, wenn das Gericht die Zölle kippt. Anleger erhofften sich davon höhere Gewinnspannen der Unternehmen und geringere Belastungen für Konsumenten. Mittelfristig könnte die Unsicherheit bei den Zöllen jedoch wieder zunehmen, weil die US-Regierung versuchen dürfte, die abgaben auf anderem Wege erneut zu aktivieren.
Proteste im Iran und Entwicklung an den Energiemärkten
Die Energiemärkte beobachten laut Stanzl die Proteste im iran und das Vorgehen der Führung in Teheran mit Sorge. Der Iran sei trotz Sanktionen ein wichtiger Ölproduzent, Instabilität dort könnte auch die Ölproduktion im Mittleren Osten gefährden.
Selbst wenn der Iran als Öl-Exporteur wegfallen würde, wäre Stanzl zufolge wegen einer weltweiten Ölschwemme kein unmittelbarer Versorgungsengpass zu erwarten. Die Proteste und ihre möglichen Folgen seien jedoch zu bedeutend, um am Ölmarkt ignoriert zu werden. Der Anstieg des Ölpreises bremse deshalb die Rally im Dax.
Entwicklung von Euro, Gold und Öl
euro schwächer zum US-Dollar
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Freitagmorgen etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1644 US-Dollar. Ein Dollar war dementsprechend für 0,8588 Euro zu haben.
Leichter Rückgang beim Goldpreis
Der Goldpreis gab leicht nach. Am Morgen wurden für eine Feinunze 4.474 US-Dollar gezahlt, ein Minus von 0,1 Prozent. Das entspricht einem Preis von 123,52 Euro pro Gramm.
Brent-Ölpreis im Plus
Der Ölpreis stieg unterdessen an. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 62,48 US-Dollar. Das waren 49 cent oder 0,8 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.











