Vor 15.500 Zuschauern im ausverkauften Ludwigsparkstadion ist der 1. FC Saarbrücken in der ersten Runde des DFB-Pokals an Hertha BSC gescheitert. Nach einem 1:1 nach Verlängerung setzte sich der Zweitligist im Elfmeerschießen mit 4:2 durch.
Stimmungsvoller Auftakt
Schon Stunden vor dem Anpfiff war die Pokaleuphorie in Saarbrücken spürbar. Ab 11.30 Uhr zogen tausende Anhänger des FCS im Rahmen eines organisierten Fan-Marsches zum Ludwigspark. Beide Fanlager präsentierten vor dem Spiel Choreografien, die Stimmung im Stadion war durchgehend intensiv.
Auf dem Feld trafen zwei formstarke Teams aufeinander. Sowohl der 1. FC Saarbrücken als auch Hertha BSC waren mit zwei Siegen in die Saison gestartet. FCS-Trainer Argirios Giannikis nahm im Vergleich zum jüngsten 1:0 gegen Regensburg eine Änderung vor: Torhüter Broll ersetzte Bignetti. Auch Hertha-Coach Stefan Leitl tauschte einmal – Thorsteinsson rückte für Winkler in die Startelf.
Hertha dominiert klar über weite Strecken
Die Berliner übernahmen von Beginn an die Initiative. Bereits in der 4. Minute musste FCS-Keeper Broll gegen einen Abschluss von Zeefuik parieren. In der Folge drängte die Alte Dame den Drittligisten tief in die eigene Hälfte.
Um die 16. Minute rettete zunächst die Latte für Saarbrücken, ehe Broll mit einer starken Parade gegen den abgefälschten Schuss von Thorsteinsson erneut auf dem Posten war. Auch Grönning scheiterte kurz vor der Pause nur knapp.
Saarbrücken kam nach rund einer halben Stunde durch robuste Zweikampfführung besser in die Partie. Die beste Chance der Blau-Schwarzen im ersten Durchgang hatte Abdenego Nankishi, der sich technisch stark gegen Zeefuik durchsetzte, aus 14 Metern aber am stark reagierenden Hertha-Torwart Marius Gersbeck scheiterte (42.). Mit einem torlosen Remis ging es in die Kabinen.
Seguin trifft aus der Distanz – Fahrner rettet spät
Nach dem Seitenwechsel verzeichnete Saarbrücken zwar mehr Ballbesitz, öffnete dabei aber auch Räume für Konter der Gäste. Chancen von Eitschberger, Sessa und Gouram blieben ohne Ertrag, Broll hielt seine Farben mehrfach im Spiel.
Die Führung fiel schließlich in der 69. Minute: Paul Seguin traf mit einem sehenswerten Schuss aus rund 28 Metern in den linken Winkel. In der Folgezeit ließen mehrere Hertha-Spieler weitere Gelegenheiten zur Entscheidung liegen.
So blieb der 1. FC Saarbrücken bis zuletzt im Spiel – und wurde in der Nachspielzeit belohnt. Nach einer nicht ausreichend geklärten Ecke traf Philip Fahrner per Dropkick aus 19 Metern zum 1:1 (90.+2).
Verlängerung ohne echte Höhepunkte
In der Verlängerung agierten beide Mannschaften vorsichtiger. Saarbrücken zog sich phasenweise zurück, während Hertha ohne den letzten Zug zum Tor blieb. Klemens köpfte knapp vorbei (92.), später parierte Broll einen Abschluss von Schuler aus kurzer Distanz mit dem Gesicht (112.). Ein Nachschuss von Josip Brekalo verfehlte das Tor nur knapp.
Gersbeck hält zwei Elfmeter – Hertha zieht ins Achtelfinale ein
Die Entscheidung fiel im Elfmeerschießen. Nachdem Brekalo, Cvjetinovic und Gechter ihre Elfmeter für Hertha verwandelt hatten, scheiterte FCS-Kapitän Florian Pick an Gersbeck. Auf Saarbrücker Seite blieb Torhüter Gersbeck damit der überragende Mann: Nach Treffern von Schuler, Rizzuto und Sessa musste Kai Brünker verwandeln, scheiterte jedoch ebenfalls an Gersbeck.
Mit 4:2 im Elfmeterschießen setzte sich Hertha BSC durch und zog damit verdient in die nächste Pokalrunde ein. Für den 1. FC Saarbrücken bleibt trotz der Niederlage eine couragierte Vorstellung gegen den favorisierten Zweitligisten.
Ausblick
Der 1. FC Saarbrücken konzentriert sich nun wieder auf die 3. Liga und empfängt am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) Hansa Rostock. Hertha BSC ist bereits am Freitag (18.30 Uhr) in der 2. Bundesliga bei Eintracht Braunschweig gefordert.
Mit dem Ausscheiden Saarbrückens bleibt die SV Elversberg der letzte verbliebene saarländische Verein im DFB-Pokal. Die SVE hatte sich zuvor mit einem 3:1-Erfolg gegen den Drittligisten MSV Duisburg für die 2. Runde qualifiziert.



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