Die Zahl der Straftaten in Homburg ist im Jahr 2025 erneut zurückgegangen. Das geht aus der aktuellen Kriminalstatistik hervor, die von der Polizeiinspektion (PI) Homburg gemeinsam mit der Stadtverwaltung im Homburger Rathaus vorgestellt wurde. Gleichzeitig mahnten die Verantwortlichen zur Aufmerksamkeit: Insbesondere die gestiegene Zahl der Wohnungseinbrüche bereitet Polizei und Stadt Sorge.
Homburg im Landesvergleich
Nach Angaben von Polizeirat Reiner Hartz, Leiter der PI Homburg, und des stellvertretenden Dienststellenleiters, Polizeihauptkommissar Christian Karlowatz, entfielen 2025 rund vier Prozent der im Saarland registrierten Straftaten auf Homburg – 2.695 von insgesamt 66.372. Im landesweiten Vergleich der Kommunen verbesserte sich Homburg von Platz acht auf Platz elf. Die höchsten Fallzahlen verzeichneten laut Statistik Saarbrücken, Lebach, Neunkirchen und Perl.
Oberbürgermeister Michael Forster erklärte dazu
„Die objektiven Zahlen zeigen, dass Homburg nach wie vor eine sichere Stadt ist. Gleichzeitig ist es für uns wichtig, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit der Polizei die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.“
Man müsse gemeinsam schauen, wo die vorhandenen Kräfte eingesetzt werden könnten, um ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Menschen sicher fühlten – etwa durch bessere Beleuchtung, mehr Präsenz oder Präventionsmaßnahmen.
Deutlicher Anstieg bei Wohnungseinbrüchen
Besonders aufmerksam verfolgen Polizei und Stadt die Entwicklung bei Wohnungseinbrüchen. Nach Jahren rückläufiger Zahlen wurde 2025 ein deutlicher Anstieg registriert: Insgesamt wurden 75 Einbrüche gemeldet, 2024 waren es noch 45. Auch die Tatorte verschoben sich – der größte Anstieg wurde in der Homburger Innenstadt erfasst, mit 75 Prozent mehr Fällen als im Vorjahr.
„Die Gründe hierfür lassen sich derzeit nicht abschließend erklären, aber wir beobachten das Phänomen sehr genau und werden unsere Präventionsarbeit weiter intensivieren“, sagte Reiner Hartz.
Die Polizei appelliert an Bürgerinnen und Bürger, Häuser und Wohnungen besser gegen Einbrüche zu sichern. Bereits einfache Maßnahmen könnten laut Polizei das Risiko senken:
- Abschließbare Fenstergriffe
- Gute Außenbeleuchtung
- Unterstützung durch Nachbarn während der Urlaubszeit
Diebstähle konstant, Rauschgiftdelikte rückläufig
Konstant blieb die Zahl der Diebstähle. Nach Angaben der Polizei ereignen sich diese Delikte überwiegend in Discountern, betroffen seien häufig ältere Menschen, die ihren Geldbeutel unbeaufsichtigt im Einkaufswagen liegen lassen. Die Polizei rät, Wertsachen nah am Körper zu tragen und Einkaufstaschen im Blick zu behalten.
Rückläufig entwickelte sich die Zahl der Rauschgiftdelikte. Die Polizei führt dies unter anderem auf die veränderte Gesetzeslage infolge der Teillegalisierung von Cannabis zurück. Deutlich zugenommen habe dagegen die Internetkriminalität. Eine genaue Zuordnung der Taten auf kommunaler Ebene sei jedoch schwierig, da viele Delikte aus dem Ausland begangen und zentral bearbeitet würden.
Junge Tatverdächtige und Gewaltbereitschaft
Ein weiteres Thema der Statistik ist die zunehmende Beteiligung junger Menschen an Straftaten. Bundesweit und im Saarland würden Tatverdächtige demnach immer jünger. Die Delikte reichen von Körperverletzungen über Sachbeschädigungen bis zu Straftaten im Internet.
„Die steigende Zahl junger Tatverdächtiger ist eine Entwicklung, die uns beschäftigen muss. Hier sind nicht nur Polizei und Justiz gefragt, sondern die gesamte Gesellschaft“, erklärte Hartz.
Oberbürgermeister Forster regte an, bestehende Angebote für Kinder und Jugendliche seitens der Stadtverwaltung zu stärken und zusätzliche Maßnahmen der Jugendarbeit zu prüfen. Christian Karlowatz erklärte dazu:
„In die Jugendarbeit zu investieren, kann grundsätzlich nicht verkehrt sein. Prävention, Sozialarbeit und die Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen sind wichtige Bausteine, um problematischen Entwicklungen frühzeitig entgegenzuwirken.“
Sorge bereitet den Sicherheitsbehörden zudem die zunehmende Gewaltbereitschaft, auch gegenüber Einsatzkräften, Beschäftigten im öffentlichen Dienst sowie Mandatsträgern. Nach Einschätzung der Polizei steigen sowohl Zahl als auch Intensität entsprechender Vorfälle.
„Diese Entwicklung beobachten wir mit großer Sorge“, sagte Hartz.
Besonders besorgniserregend sei, dass die Hemmschwelle für Gewalt sinke und Auslöser häufig in keinem Verhältnis mehr zu den Folgen stünden. Auch in der Region habe es zuletzt mehrere Fälle gegeben, bei denen Menschen im Zusammenhang mit vergleichsweise geringfügigen Anlässen schwer verletzt oder getötet wurden.
Rückgang bei Betrugsdelikten gegen Senioren
Positiv entwickelte sich die Zahl der Betrugsdelikte zum Nachteil älterer Menschen. Die Polizei verzeichnete im Saarland einen Rückgang um 51,1 Prozent bei weiterhin 945 Fällen. Nach Einschätzung der Verantwortlichen zeigen Präventionskampagnen zunehmend Wirkung. Die Polizei warnt jedoch davor, bei Schockanrufen oder Betrugsmaschen nachlässig zu werden, da in Einzelfällen weiterhin erhebliche Vermögensschäden entstanden seien.
Dunkelfeld bei mehreren Delikten
Die Vertreter der Polizei wiesen darauf hin, dass die Kriminalstatistik nur angezeigte oder bekannt gewordene Delikte erfasst. Gerade bei Ladendiebstählen, häuslicher Gewalt, Rauschgiftdelikten, Betrugsstraftaten und Sachbeschädigungen durch Graffiti sei von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen.
Enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Polizei
Stadt und Polizei betonten die enge Zusammenarbeit. Der regelmäßige Austausch helfe, die objektive Sicherheitslage mit dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger abzugleichen.
„Sicherheit entsteht nicht allein durch Statistiken. Entscheidend ist, dass sich die Menschen in ihrer Stadt sicher fühlen. Deshalb ist die enge Zusammenarbeit für uns von großer Bedeutung“, betonte Forster.
Um aktuelle Entwicklungen frühzeitig aufzugreifen, haben Stadt und Polizei ihre Zusammenarbeit weiter intensiviert. In regelmäßigen Besprechungen tauschen sich die Verantwortlichen über Sicherheitsfragen, besondere Vorkommnisse und mögliche Handlungsfelder aus.
Die Leiterin der Ortspolizeibehörde, Simone Müller-Orschekowski, erklärte:
„Für uns ist wichtig, Probleme frühzeitig zu erkennen und unterschiedliche Sichtweisen zusammenzuführen. Nicht alles, was subjektiv als Problem wahrgenommen wird, spiegelt sich unmittelbar in den Statistiken wider – und umgekehrt. Genau deshalb ist dieser kontinuierliche Austausch so wertvoll.“
Hartz ergänzte: „Wir verfolgen letztlich dasselbe Ziel: dass die Menschen in Homburg sicher leben und sich auch sicher fühlen können.“
Die Polizeiinspektion Homburg ist für rund 110.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Homburg, Bexbach, Blieskastel, Kirkel, Gersheim und Mandelbachtal zuständig.



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