Das internationale deutsch-französische Festival Perspectives hat erstmals in seiner 48-jährigen Geschichte Sulzbach als Spielort einbezogen. Mit zwei Gastspielen in der AULA war die Stadt Teil des Festivals, das vom 21. bis 30. Mai 2026 rund 40 Veranstaltungen aus Theater, Tanz, Musik, Zirkus und Film an verschiedenen Orten im Saarland und im benachbarten Frankreich präsentierte.
Zwei Produktionen, zwei Bühnenwelten
Den Auftakt machte in der Galerie die internationale Koproduktion „Moyette“ der Compagnie „Tout va bien!“. Das Stück verbindet nach Angaben der Veranstalter Theater, Tanz und Performance. Die Darstellenden entwickelten mit Körpern, Klängen und Objekten eine Bildsprache, die das Projekt aus der Zusammenarbeit mit Ensembles aus Belgien und Deutschland entstehen ließ. Das Stück entwickle sich laut Beschreibung an jedem Spielort neu – geprägt durch lokale Recherche und künstlerischen Austausch.
Im großen Festsaal der AULA folgte anschließend „Une Ombre vorace“ des argentinischen Regisseurs Mariano Pensotti. Das Werk beschäftigt sich mit Erinnerung, Identität und dem Verhältnis von Realität und Fiktion. Ein Bühnenbild mit drehbarer, teilbarer Wand eröffnete dabei wechselnde Perspektiven. Das Publikum spendete laut Mitteilung langanhaltenden Applaus.
Bürgermeister sieht Signalwirkung
Bürgermeister Michael Adam zeigte sich bei seiner Begrüßung erfreut. Besonders im Jubiläumsjahr „80 Jahre Stadtrechte“ sei es eine große Freude, erstmals Spielort des Festivals zu sein. Er betonte die Bedeutung der deutsch-französischen Zusammenarbeit und äußerte die Hoffnung, dass die diesjährige Festivalstation der Beginn einer längerfristigen Kooperation sein könne.
Ein besonderer Dank ging an Brigitte Thul, ehemalige Leiterin des Verbands saarländischer Amateurtheater (VSAT) und frühere Leiterin der Sulzbacher Theatergruppe Ü50, die nach Angaben der Stadt dazu beigetragen habe, dass Sulzbach Teil des Festivals werden konnte.
Festivalleiterin Kira Kirsch erklärte mit Blick auf die Spielstätte:
„Ich kenne Sulzbach sehr gut, hier habe ich selbst meine ersten kulturellen Erfahrungen machen dürfen z.B. beim Cello-Unterricht in der Musikschule oder beim Theaterspielen mit Dr. Dieter Staerk. Dieses Gebäude der AULA ist ganz wunderbar geeignet für das Festival Perspectives mit seinen Möglichkeiten und seiner Barrierefreiheit sowohl im schönen Außenbereich als auch mit seinen Sälen innen.“


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