Beim zweiten Eurometropole Forum am Donnerstag, 28. Mai, im Rathaus von Sarreguemines haben Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Institutionen aus Deutschland und Frankreich über die Zukunft der Eurometropole Saarbrücken beraten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich die Region als Metropolregion und deutsch-französische Hauptstadt stärker positionieren und ihre Wahrnehmung in Paris, Berlin und Brüssel erhöhen kann.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Marc Zingraff, Bürgermeister von Sarreguemines, Präsident des Eurodistrict SaarMoselle und Präsident des Gemeindeverbands Sarreguemines Confluences, sowie durch Uwe Conradt, Oberbürgermeister von Saarbrücken.
Zweite Paris-Berlin-Verbindung über Saarbrücken
Ein zentrales Ergebnis des Forums ist die Unterstützung der Forderung nach einer Streckenführung der geplanten zweiten Direktverbindung Paris-Berlin über Saarbrücken. Die Teilnehmenden sprachen sich dafür aus, die Eurometropole an eine weitere Schnellzugverbindung zwischen den beiden europäischen Hauptstädten anzubinden. Nach Angaben der Veranstalter würde eine solche Verbindung die internationale Erreichbarkeit der Region verbessern, die grenzüberschreitende Mobilität stärken und die Eurometropole als Wirtschafts-, Wissenschafts- und Arbeitsraum sichtbarer machen.
Zingraff begründete die Forderung wie folgt
„Wer Europa enger zusammenführen will, muss die Verbindungen zwischen seinen Regionen stärken. Eine zweite Paris-Berlin-Verbindung über Saarbrücken wäre ein starkes Signal für die deutsch-französische Zusammenarbeit und ein wichtiger Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Grenzregion.“
Deutsch-Französische Hauptstadt als gemeinsame Dachmarke
Die Teilnehmenden betonten laut Mitteilung die strategische Bedeutung der Eurometropole Saarbrücken als gemeinsame deutsch-französische Dachmarke. Ziel sei es, die Stärken der Region sichtbarer zu machen und ihre Interessen gegenüber nationalen Regierungen sowie europäischen Institutionen stärker zu vertreten.
Als Sitz zahlreicher deutsch-französischer Institutionen verfüge die Region nach Angaben der Veranstalter über eine besondere Dichte an grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Dazu zählen unter anderem die Deutsch-Französische Hochschule, das Deutsch-Französische Hochschulinstitut (DFHI), der Deutsch-Französische Kulturrat, ProTandem sowie die Französische Handelskammer.
Zingraff erklärte zudem
„Die wirtschaftlichen Entwicklungen in unserer Grenzregion zeigen, wie eng Deutschland und Frankreich bereits heute miteinander verbunden sind. Ob industrielle Transformation, neue Energietechnologien oder strategische Investitionen – viele Herausforderungen und Chancen lassen sich nur gemeinsam gestalten. Die Eurometropole bietet dafür den richtigen Rahmen und stärkt unsere Position als europäischer Zukunftsstandort.“
Wissenschaft, Wirtschaft und gemeinsame Vermarktung
Forschungsstandort mit internationaler Reichweite
Die Teilnehmenden hoben nach Angaben der Veranstalter die Bedeutung der Region als Wissenschafts- und Innovationsstandort hervor. Zur Eurometropole gehören demnach unter anderem die Universität des Saarlandes, die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar), das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) sowie das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit.
Oberbürgermeister Conradt sagte dazu
„Die Eurometropole verfügt bereits heute über eine außergewöhnlich leistungsfähige Wissenschafts- und Innovationslandschaft. Unser Ziel ist es, diese Potenziale stärker zu vernetzen und international sichtbar zu machen. Mit dem Runden Tisch Wissenschaft haben wir dafür einen wichtigen Grundstein gelegt.“
Auftritt auf der EXPO REAL
Im Rahmen des Forums wurden außerdem eine Neuauflage der Eurometropole-Broschüre, eine grenzüberschreitende Wirtschaftsbroschüre sowie der gemeinsame Auftritt der Landeshauptstadt Saarbrücken, des Regionalverbands Saarbrücken und des Eurodistrict SaarMoselle auf der internationalen Immobilien- und Investitionsmesse EXPO REAL in München vorgestellt.
Tourismus und gesellschaftliches Engagement
Ein weiterer Schwerpunkt war die gemeinsame Vermarktung der Region in den Bereichen Tourismus und Standortmarketing. Die Teilnehmenden betonten zudem das gesellschaftliche Fundament der Eurometropole: Städtepartnerschaften, Vereine, Schulen, Kulturinstitutionen und ehrenamtlich Engagierte prägten das deutsch-französische Miteinander seit Jahrzehnten.
Conradt erklärte
„Die Eurometropole ist weit mehr als ein Kooperationsprojekt. Sie ist Ausdruck einer gelebten deutsch-französischen Partnerschaft und baut auf dem Engagement tausender Menschen auf, die den Austausch über Grenzen hinweg seit Jahrzehnten gestalten.“
Weitere Schritte
Die Teilnehmenden verständigten sich darauf, die Zusammenarbeit in den kommenden Monaten zu vertiefen und konkrete Projekte in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Mobilität, Tourismus und Standortmarketing voranzubringen. Kommunen, Institutionen, Unternehmen, Vereine sowie Bürgerinnen und Bürger können nach Angaben der Veranstalter die Erklärung zur Eurometropole unterzeichnen, um ihre Unterstützung für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu bekunden.



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