Saarbrücken – Die Landeshauptstadt Saarbrücken bietet ab sofort als erste Kommune im Saarland die Elektronische Wohnsitzanmeldung (eWA) an. Bürgerinnen und Bürger können ihren neuen Wohnsitz damit digital, rechtssicher und rund um die Uhr von zuhause aus anmelden – ohne persönlich im Bürgeramt erscheinen zu müssen.
Grundlage dafür ist der Wechsel auf ein neues Fachverfahren für das Pass- und Meldewesen, den die Bürgerämter gemeinsam mit dem städtischen Informations- und Kommunikationsinstitut (IKS) umgesetzt haben. Der Online-Dienst wurde nach Angaben der Stadt im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes nach dem sogenannten „Einer-für-Alle-Prinzip“ realisiert – federführend entwickelt von der Freien und Hansestadt Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern und für Heimat.
So läuft die digitale Ummeldung ab
Der neue Service digitalisiert laut Mitteilung erstmals den gesamten Prozess der Wohnsitz-Ummeldung von Anfang bis Ende. Der Ablauf gliedert sich in vier Schritte:
- Identifikation: Nutzerinnen und Nutzer authentifizieren sich mit der Online-Ausweisfunktion ihres Personalausweises oder der eID-Karte über die AusweisApp.
- Datenaustausch: Die Daten aus dem Melderegister werden abgerufen, die neue Adresse sowie die Wohnungsgeberbestätigung werden hochgeladen.
- Digitale Bestätigung: Nach Prüfung durch die Meldebehörde steht eine fälschungssichere digitale Meldebestätigung zum Download bereit.
- Update der Dokumente: Die Adressdaten auf dem Chip des Personalausweises können direkt per Smartphone aktualisiert werden. Der physische Adressaufkleber wird anschließend per Post von der Bundesdruckerei zugestellt.
Weitere Dienste ebenfalls online verfügbar
Mit dem Systemwechsel wurden nach Angaben der Stadt zudem weitere Dienste migriert und optimiert. Bürgerinnen und Bürger können nun unter anderem folgende Anliegen direkt online erledigen:
- Verlustmeldungen von Dokumenten
- Anträge auf Auskunftssperren
- Einreichung der Wohnungsgeberbestätigung
Neue Plattform als technische Grundlage
Das neue Fachverfahren läuft über die VOIS-Plattform, die nach Angaben der Stadt als Baukastensystem für Softwareanwendungen in mehreren Ämtern der Landeshauptstadt dient. Über die Plattform sind demnach bereits Anwendungen für das Führerscheinwesen, das Terminmanagement, Fischereischeine und das Fundbüro angebunden. Eine zentrale Infrastruktur soll den Aufwand für Administration und Wartung verringern.
Der Wechsel des Meldewesen-Systems ist laut Mitteilung Teil einer langfristigen Strategie, bei der die Landeshauptstadt ihre Software schrittweise aufeinander abstimmt, um Verwaltungsabläufe zu vereinfachen und Vorgänge schneller bearbeiten zu können.



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