Spiesen-Elversberg. Die Gemeinde Spiesen-Elversberg hat am Montag, 20. April 2026, den Startschuss für ein Starkregenvorsorgekonzept gegeben. Im Sitzungssaal der Gemeindeverwaltung kamen mehr als 50 Bürgerinnen und Bürger zur Auftaktveranstaltung zusammen.
Hintergrund: Starkregenereignis vom August 2024
Bürgermeister Bernd Huf eröffnete den Abend und verwies auf das Starkregenereignis vom 2. August 2024 als Anlass für das Konzept. Ziel sei es, die Gemeinde besser auf künftige Extremwetterereignisse vorzubereiten und mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen.
Auch Sebastian Thul, Staatssekretär für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz, richtete ein Grußwort an die Teilnehmenden. Als gebürtiger Spiesen-Elversberger unterstrich er die besondere Betroffenheit der Region. Neben kommunalen Maßnahmen sei auch die private Eigenvorsorge wichtig.
„Ein Hochwasser- und Starkregenkonzept kann größeren Schäden durch Wetterereignisse vorbeugen. Wissen darüber, wie und an welchen Stellen es zu Überflutungen kommt und welche Maßnahmen präventiv ergriffen werden können, ermöglicht der Gemeinde Spiesen-Elversberg und ihren Bürgerinnen und Bürgern, sich auf Extremwettersituationen vorzubereiten und ihre Handlungen effizienter abzustimmen.“
Fachvorträge und Projektablauf
Kinsinger vom Internationalen Betreuungszentrum für Hochwasserpartnerschaften zeigte anhand von Bildmaterial die Auswirkungen vergangener Hochwasser- und Starkregenereignisse im Saarland und stellte Schutzmöglichkeiten für Privatpersonen vor.
Dörr vom beauftragten Dienstleister eepi GmbH erläuterte den weiteren Projektablauf. Geplant sind Bürgerworkshops, in denen Einwohnerinnen und Einwohner lokale Gefahrenstellen identifizieren sowie bereits erstellte Starkregengefahrenkarten überprüfen und ergänzen sollen.
Kanalnetz nicht für Extremereignisse ausgelegt
In der Fragerunde standen die Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes und mögliche Rückstauproblematiken im Mittelpunkt. Nach Angaben der Veranstaltenden können Kanalsysteme aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht für extreme Starkregenereignisse ausgelegt werden. Die private Eigenvorsorge gewinne damit an Bedeutung – konkrete Hinweise sollen in den Workshops gegeben werden.
Bevölkerungsbeteiligung gefragt
Bürgermeister Huf rief die Anwesenden auf, im persönlichen Umfeld für eine Teilnahme an den kommenden Workshops zu werben. Eine breite Beteiligung sei entscheidend für die Qualität des Vorsorgekonzeptes.
Über Termine und nächste Schritte will die Gemeinde auf ihrer Internetseite, über soziale Medien, die Presse sowie einen WhatsApp-Kanal informieren. Bürgerinnen und Bürger können Hinweise zur eigenen Betroffenheit durch Starkregen bereits vorab per E-Mail an die Gemeindeverwaltung senden.



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