Großbrand in Recyclingbetrieb in Neunkirchen-Wellesweiler gelöscht

Explodierende Druckbehälter und Vegetationsbrand erforderten Evakuierung von rund 35 Bewohnern

Aktuelles aus Neunkirchen | Bild: Bereitgestellt durch die Kreisstadt Neunkirchen Großbrand in Wellesweiler gelöscht

Ein Großbrand in einem Recyclingbetrieb für Druckbehälter in Neunkirchen-Wellesweiler ist vollständig gelöscht. Rund 150 Einsatzkräfte bekämpften das Feuer, mehrere Wohnhäuser mussten vorsorglich evakuiert werden.

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Der Brand in einem Recyclingbetrieb für Druckbehälter im Gewerbegebiet Im Langenthal in Neunkirchen-Wellesweiler ist mittlerweile vollständig gelöscht. Das Feuer hatte am Mittwochnachmittag, 29. Juli, einen großangelegten Feuerwehreinsatz ausgelöst.

Alarmierung und erste Lage

Gegen 13.30 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen alarmiert. Nach Angaben der Stadtverwaltung war das Ausmaß des Brandes bereits auf dem Weg zum Einsatzort erkennbar: Eine Rauchsäule stieg über dem Gewerbegebiet auf und war mehrere Kilometer weit sichtbar. Dies machte eine Bevölkerungswarnung sowie die Evakuierung naher Wohnhäuser notwendig.

Explodierende Druckbehälter erschwerten Löscharbeiten

In dem Betrieb waren zahlreiche Spraydosen und Druckbehälter für den Recyclingprozess gelagert. Diese zerbarsten laut Mitteilung durch die Hitze des Feuers explosionsartig, Druckbehälter wurden über das Betriebsgelände hinaus geschleudert. Ein unmittelbarer Löschangriff war deshalb zunächst nicht möglich, die Brandbekämpfung erfolgte über längere Zeit aus sicherer Deckung und mit Abstand. Den Einsatzkräften gelang es dennoch, einen Stickstofftank auf dem Gelände sowie einen benachbarten Metzgereibetrieb vor dem Feuer zu schützen.

Ausbreitung auf die Vegetation gestoppt

Der Brand griff auf die trockene Vegetation hinter dem Betriebsgelände über und breitete sich über Wiesen und Baumreihen einen Hang hinauf in Richtung der Wohnhäuser im Distelfeld und an der Homburger Straße aus. Die Ausbreitung konnte laut Mitteilung rechtzeitig gestoppt werden, sodass die Wohnbebauung geschützt blieb.

Evakuierung und Bevölkerungswarnung

Rund ein Dutzend Wohnhäuser mit etwa 35 Bewohnerinnen und Bewohnern wurden vorsorglich evakuiert – zunächst wegen drohender Brandausbreitung, später wegen der Rauchbelastung. Die Betroffenen wurden in einem nahegelegenen Gemeindezentrum betreut und konnten am späten Abend zurückkehren.

Die ausgelöste Bevölkerungswarnung wurde im Einsatzverlauf schrittweise verkleinert und in der Nacht zum Donnerstag vollständig aufgehoben. Messfahrzeuge mit Technik für chemische Stoffe führten Messfahrten im Umfeld durch. Gesundheitsgefährdende Schadstoffkonzentrationen wurden dabei nicht festgestellt. In Teilen Neunkirchens sowie in der benachbarten Stadt Bexbach war laut Mitteilung eine deutliche Geruchsbelästigung wahrnehmbar.

Spezialkräfte im Einsatz

Zur Unterstützung kamen mehrere Sonderfahrzeuge zum Einsatz. Ein Löschroboter des Katastrophenschutzes aus dem Landkreis Sankt Wendel erreichte Bereiche, die für Feuerwehrleute wegen Brandausbreitung und Einsturzgefahr nicht zugänglich waren. Die Werkfeuerwehr Bosch aus Homburg unterstützte mit einem Teleskopmastfahrzeug, dessen Wasserwerfer den Brand in der Industriehalle von oben bekämpfte.

Mit einem Radbagger des Ortsverbandes Spiesen-Elversberg des Technischen Hilfswerks wurden Gebäudeteile entfernt und Glutnester freigelegt. Mehrere Drohnen, teils mit Wärmebildkameras, kamen zur Luftaufklärung zum Einsatz.

Nachlöscharbeiten bis in den Nachmittag

Am frühen Abend war der Brand unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten dauerten die gesamte Nacht und bis in den Nachmittag des folgenden Donnerstages an.

Verletzte Einsatzkräfte

Der Einsatz fand bei sommerlichen Temperaturen jenseits der 30 Grad statt. Laut Mitteilung führten Hitze und körperliche Belastung in der Schutzkleidung zu mehreren hitzebedingten Ausfällen. Drei Einsatzkräfte mussten verletzt in Krankenhäuser gebracht werden, ebenso ein Mitarbeiter des betroffenen Betriebs. Zur medizinischen Absicherung war ein Aufgebot des Rettungs- und Betreuungsdienstes im Einsatz, das einen Behandlungsplatz für die Versorgung der Einsatzkräfte einrichtete. Zusätzlich wurden die Einsatzkräfte mit Getränken, Snacks und einem Abendessen versorgt.

Rund 150 Einsatzkräfte beteiligt

Insgesamt waren nach Angaben der Stadtverwaltung rund 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz, Technischem Hilfswerk, Polizei sowie Energieversorgern aus den Landkreisen Neunkirchen, Sankt Wendel, Saarlouis sowie dem Saarpfalz-Kreis und dem Regionalverband Saarbrücken im Einsatz.

Vor Ort machten sich Innenminister Reinhold Jost, Landrat Sören Meng, Bürgermeisterin Lisa Hensler, der Zweite Beigeordnete der Kreisstadt Neunkirchen Thomas Hans sowie Landesbrandinspekteur Timo Meyer ein Bild der Lage. Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack und Kreisbrandmeister Sascha Cattarius unterstützten die Einsatzleitung während des gesamten Einsatzes.

Die Stadtverwaltung bedankte sich bei allen Einsatzkräften für ihr Engagement sowie bei den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis und ihre Zusammenarbeit.

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