Anschlag auf Transalpine Pipeline in Italien
Ein Anschlag auf die Stromversorgung der Transalpine Pipeline (TAL) in Italien hat Ende März die Versorgung Bayerns und Baden-Württembergs mit Benzin, Diesel und Flugkraftstoffen gefährdet. Die Rohölversorgung der größten deutschen Raffinerie Miro bei Karlsruhe war mehrere Tage lang unterbrochen. Dies berichten die „Welt am sonntag“ und „Business Insider“.
Unterbrechung der Rohölversorgung
„Wir haben bis zum 30. März, circa 2 uhr, drei Tage lang kein Rohöl durch die TAL-Pipeline bekommen und aus unseren Rohölbeständen gelebt“, bestätigte eine sprecherin von Miro. Auch die Bayernoil-Raffinerie war von dem Lieferausfall betroffen. Die Standorte Neustadt und Vohburg in bayern mussten die Lieferunterbrechung aus örtlichen Lagerbeständen drei Tage lang überbrücken.
Ursache und Ermittlungen
Nach Angaben der Zeitungen war ein Anschlag auf die Stromversorgung einer Pumpstation bei Terzo di Tolmezzo in den italienischen Alpen die Ursache des Pipeline-Ausfalls. Zwei voneinander unabhängige Quellen bestätigten der „Welt am Sonntag“ und „Business Insider“, dass es sich um Sabotage handelte. Deutsche Behörden wurden von italienischer Seite über den Vorfall informiert.
„Das Bundeskriminalamt steht zu diesem Vorfall mit den italienischen Behörden in Kontakt“, bestätigte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Ob es sich um einen politisch motivierten Anschlag auf kritische Infrastruktur handelt, sei „Gegenstand der weiteren Ermittlungen der italienischen Behörden“, so das Innenministerium.
Versorgungssituation
Die Sprecherin der Miro-Raffinerie erklärte, dass während des Pipeline-Ausfalls „alle Produkte uneingeschränkt verfügbar“ gewesen seien. Es habe keine Einschränkungen bei der Tankstellenversorgung gegeben. Wie lange die raffinerie aus den Tanklagern vor Ort noch hätte versorgt werden können, blieb unklar. Nach der Reparatur der Pumpstation baut Miro jetzt „die Rohölbestände wieder schrittweise auf“.
Miro versorgt nach eigenen Angaben täglich zehn Millionen Menschen mit Kraftstoffen und Heizöl sowie Tausende Karlsruher Haushalte mit Fernwärme. Die Produkte der Raffinerie decken statistisch rund 45 Prozent des gesamten Primärenergiebedarfs in Baden-Württemberg ab.



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