Finanzierungsdefizit der Kommunen 2025
Die Gemeinden und Gemeindeverbände in Deutschland verzeichneten im jahr 2025 ein Finanzierungsdefizit von 31,9 Milliarden euro. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) war dies das höchste kommunale defizit seit der deutschen Wiedervereinigung 1990. Der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2024 von 24,8 Milliarden Euro wurde um 7,1 Milliarden Euro übertroffen.
Ursachen und Auswirkungen
Im Jahr 2025 waren 7,5 Prozent der ausgaben nicht durch reguläre Einnahmen gedeckt, was zu einer verstärkten Aufnahme von Kassenkrediten führte. die Schuldenstatistik verzeichnete zum 30.September 2025 eine um 16,5 Prozent höhere Verschuldung durch kommunale Kassenkredite im Vergleich zum Vorjahr.Das Defizit resultierte hauptsächlich aus den kommunalen Kernhaushalten, die mit 29,4 Milliarden Euro um 5,1 Milliarden Euro höher lagen als im Vorjahr.Die Extrahaushalte verzeichneten ein Defizit von 2,5 Milliarden Euro, was einer Verfünffachung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Extrahaushalte sind Fonds, Einrichtungen und Unternehmen in kommunaler Trägerschaft, die überwiegend durch kommunale zuschüsse finanziert werden.
Ausgabenentwicklung
Die Ausgaben der Kern- und Extrahaushalte stiegen 2025 um 5,6 Prozent auf 423,3 Milliarden euro. Die Personalausgaben erhöhten sich um 6,8 prozent auf 113,4 Milliarden Euro, bedingt durch Tariferhöhungen und Personalaufstockungen. Der laufende Sachaufwand stieg um 3,9 Prozent auf 99,1 Milliarden Euro.Für Sozialleistungen wurden 90,0 Milliarden Euro ausgegeben, ein Anstieg von 5,9 Prozent. Besonders die Ausgaben für Eingliederungshilfen und Kinder- und Jugendhilfe stiegen deutlich. Die ausgaben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sanken hingegen um 10,9 Prozent auf 3,4 milliarden Euro. Die Sachinvestitionen beliefen sich auf 53,9 Milliarden Euro, ein Anstieg um 3,5 Prozent.
Einnahmenentwicklung
Die bereinigten Einnahmen der kommunalen Haushalte stiegen 2025 um 4,1 Prozent auf 391,4 Milliarden Euro.Die Steuereinnahmen erhöhten sich um 3,4 Prozent auf 136,5 Milliarden Euro, insbesondere durch ein Plus von 7,5 Prozent beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer stieg um 4,3 Prozent, während die Gewerbesteuereinnahmen um 1,0 Prozent wuchsen. Die grundsteuereinnahmen blieben unverändert bei 14,5 Milliarden Euro.



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