Industrie stellt weniger ein

Schweißer bei der Arbeit (Archiv)
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Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in der deutschen Industrie ist zwei Jahre in Folge gesunken. Laut einer Auswertung des Personalmarktforschers Index, über die die "Welt am Sonntag" berichtet, suchten Industrieunternehmen im vergangenen Jahr sieben Prozent weniger Jobs per Anzeige als im Vorjahr. Im Jahr zuvor betrug der Rückgang elf Prozent

Rückgang der Stellenanzeigen in der Industrie

Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in der deutschen industrie ist zwei Jahre in Folge gesunken. Laut einer Auswertung des Personalmarktforschers Index, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet, suchten Industrieunternehmen im vergangenen Jahr sieben Prozent weniger Jobs per Anzeige als im Vorjahr. Im Jahr zuvor betrug der Rückgang elf Prozent. Insgesamt wurden 2025 rund 1,13 Millionen Stellen inseriert, nach 1,21 Millionen im Jahr 2024.

Gegenläufige Entwicklung in anderen Bereichen

Im Gegensatz zur Industrie stieg die Zahl der ausgeschriebenen Stellen im Gesundheits- und Sozialwesen um vier Prozent. Die Daten basieren auf einer analyze von 197 Printmedien, 321 Onlinebörsen, dem Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit sowie rund 969.000 Firmenwebsites.

Frühindikator für den Arbeitsmarkt

Die Entwicklung der Stellenanzeigen gilt als frühindikator für den Arbeitsmarkt. Oliver Stettes, Arbeitsmarktexperte am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, erklärte: „Der Arbeitsmarkt sieht besser aus, als er eigentlich ist. Die Krise findet weitgehend im Verborgenen statt, und man sieht sie vor allem am sehr zurückhaltenden Einstellungsverhalten der unternehmen.“ Die Gesamtbeschäftigung auf Rekordniveau täusche darüber hinweg, dass sich die Struktur verschiebe – hin zu staatsnahen Dienstleistungen und weg von industrieller Wertschöpfung.

Folgen für die Volkswirtschaft

Enzo Weber, Forschungsbereichsleiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), betonte die weitreichenden Folgen für die Volkswirtschaft: „Neue Stellen in Pflege oder Erziehung haben einen hohen gesellschaftlichen Wert. Aber wenn wir Industriebeschäftigte und Investitionen verlieren, wird das zu einer durchgreifenden Deindustrialisierung führen.“

Forderungen nach Reformen

Rainer Dulger, Präsident des Arbeitgeberverbands BDA, sieht dringenden Handlungsbedarf: „Es braucht spürbare Reformen beim Sozialstaat, beim Bürokratieabbau und den Energiekosten – sonst wird sich der Arbeitsplatzabbau fortsetzen.“


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