DGB: „Deutschland hat kein Problem mit dem Arbeitsvolumen“

Bauarbeiter auf einer Baustelle (Archiv)
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<h3>Kritik an Aussagen von Vizekanzler Klingbeil</h3> Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi kritisiert Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) für seine Aussagen zur Renten- und Arbeitszeitpolitik. Fahimi wies insbesondere Klingbeils Aussage zurück, Deutschland müsse "aufhören, ein früheres Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu fördern

Kritik an Renten- und Arbeitszeitpolitik

Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi hat deutliche Kritik an den Aussagen von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) zur Renten- und Arbeitszeitpolitik geäußert. Sie wies Klingbeils aussage zurück, Deutschland müsse „aufhören, ein früheres Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu fördern“. Diese Aussage sei „falsch“,sagte fahimi dem „tagesspiegel“.

Arbeitsmarkt und Erwerbsquote

Fahimi lehnte Klingbeils forderung ab, längeres Arbeiten stärker zu fördern. Wer länger arbeiten wolle, könne dies bereits, vielen fehle jedoch die Möglichkeit. „Über 55-jährige Arbeitslose finden außerdem selten noch einen guten Job“, sagte sie. Die gestiegene Erwerbsquote sei kein Erfolg der Rente mit 67, sondern einer verbesserten Arbeitsmarktpolitik.

Arbeitsvolumen und Teilzeitquote

Fahimi widersprach Klingbeils Aussage, die Gesellschaft müsse insgesamt mehr arbeiten. Deutschland habe kein Problem mit dem Arbeitsvolumen. „Oder was soll der Industriearbeiter,der gerade auf Kurzarbeit ist,von solchen Aussagen halten?“,fragte sie. In Vollzeit-Jobs werde in Deutschland „nicht weniger gearbeitet als im europäischen Ausland“. Die hohe Teilzeitquote sei ein Grund zur Freude, da die Frauen-Erwerbsquote gestiegen sei.

kritik an CSU-Vorschlag

Den Vorschlag von CSU-Chef Markus Söder für eine Stunde mehrarbeit pro Woche wies Fahimi zurück.“Das sind technokratische Zahlenspiele, die an der Realität vorbeigehen“, sagte sie. Söder sei nicht zuständig für die Vereinbarung von wochenarbeitszeiten.

SPD und soziale Gerechtigkeit

Fahimi äußerte sich zudem kritisch zu Klingbeils Befürchtung, die SPD werde zu sehr als Partei der Transferleistungsempfänger wahrgenommen. Dieses feedback müsse die SPD ernst nehmen und einem klaren Kurs sozialer Gerechtigkeit folgen. „Das Profil der SPD ist offenbar zu unscharf“, sagte die einstige SPD-Generalsekretärin.


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