Geplante Gesundheitsreform: Einschränkung des direkten Zugangs zum Facharzt
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat eine Gesundheitsreform mit weitreichenden Folgen für Patienten angekündigt.Kernpunkt ist das Ende des freien Zugangs zum Facharzt. „Wir planen eine große Reform der Primärversorgung“, sagte Warken der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagausgabe). „Dann wird nicht mehr jeder direkt zum Facharzt gehen können und nicht mehr zu so vielen Ärzten, wie er oder sie möchte.“
Stärkung der Hausarztrolle und neue Patientensteuerung
Um kostenintensive Doppelbehandlungen zu vermeiden, sollen hausärzte zur ersten Anlaufstelle im gesundheitssystem werden. „Der öffnet dann die Tür zum Facharzt, für den es eine Termingarantie geben wird entsprechend der Notwendigkeit“, kündigte Warken an.
Für Patienten, die ohne Überweisung zum Facharzt gehen, könnte die Behandlung teurer werden. „Wer sich an die Patientensteuerung hält, könnte einen Bonus erhalten, wer einfach so zum Facharzt geht, könnte eine Gebühr bezahlen müssen“, sagte die Ministerin. Gegebenenfalls könne eine Leistung, die nicht den Empfehlungen der Primärversorger entspricht, nicht abgerechnet werden und müsste dann vom Patienten selbst bezahlt werden.
Medizinische Fachangestellte sollen zusätzliche Kompetenzen erhalten und die Hausärzte entlasten.
Zeitplan und gesetzliche Umsetzung
Bis zur Sommerpause will Warken einen entsprechenden Referentenentwurf vorlegen. Das Gesetz soll im Jahr 2028 greifen.
Teil eines umfassenden Sparpakets im Gesundheitssystem
finanzkommission und Einsparziele
Die Reform ist Teil eines größeren Pakets,mit dem Warken die defizitäre Lage im Gesundheitssystem entschärfen will. Eine unabhängige Finanzkommission zur gesetzlichen Krankenversicherung soll bis ende März Reformvorschläge vorlegen. Warken sagte, sie gehe von einem zweistelligen Milliardenbetrag aus, der ab 2027 jährlich eingespart werden müsse.
„Um das zu erreichen, schnüren wir ein Paket über alle Ausgabenfelder hinweg – Krankenhaus, Ärzte, Pharma -, und gehen auch strukturell vor, etwa gegen Fehlanreize und Doppelvergütungen“, erklärte die Ministerin.
Ausblick auf Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung
Warken geht davon aus, dass mit den geplanten Reformen die zuletzt zum Jahreswechsel für viele Versicherte gestiegenen Kosten begrenzt werden können.„Ich rechne für 2026 insgesamt mit stabilen Beiträgen“, sagte sie. Wie üblich würden „vielleicht einige wenige Kassen“ unterjährig ihren Zusatzbeitrag anheben. „Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass es keine weiteren Erhöhungen gibt“, so Warken.
Ihren eigenen Erfolg als Ministerin am Jahresende will sie daran messen, „dass die Beiträge zu den Kranken- und Pflegekassen wirklich stabil bleiben“.










