Einleitung
Eine aktuelle Dunkelfeld-Studie des Bundeskriminalamts, durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundesfamilienministerium, zeigt, dass ein Großteil der Gewalterfahrungen in Deutschland nicht angezeigt wird. Die Studie mit dem Titel “Lebenssituation,Sicherheit und Belastung im alltag (LeSuBiA)“ beleuchtet die niedrigen Anzeigequoten bei verschiedenen Gewaltformen.
Hauptteil
Die Untersuchung ergab, dass die anzeigequoten unabhängig von der Art der Gewalt durchgehend niedrig sind.Bei den meisten Gewaltformen liegt die Quote unter zehn Prozent, bei psychischer und körperlicher Gewalt in (Ex-)Partnerschaften sogar unter fünf Prozent. Frauen sind häufiger von partnerschaftlicher oder geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen als Männer, insbesondere bei sexuellen Übergriffen, sexueller Belästigung und Stalking.Besonders betroffen sind Frauen, junge Menschen, Personen mit Migrationshintergrund und Angehörige der queeren Community.
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) betonte die Bedeutung der Studie: „Die Zahlen machen sichtbar,was lange im Verborgenen lag: Das Dunkelfeld bei partnerschaftlicher und sexualisierter Gewalt ist riesig.“ Sie kündigte Maßnahmen zur Verbesserung der Hilfsangebote an. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach sich für den Einsatz von Fußfesseln und härtere Strafen aus.
BKA-Präsident Holger Münch hob hervor, dass die Studie erstmals umfassende geschlechterübergreifende Dunkelfelddaten liefert.Diese Daten sollen zur Weiterentwicklung von Schutz- und Hilfsangeboten beitragen.
Gewaltformen und Betroffenheit
Die Studie zeigt,dass Männer und Frauen in den letzten fünf Jahren nahezu gleich häufig von psychischer gewalt betroffen sind. Junge Menschen sind besonders häufig opfer von sexueller Belästigung, digitaler Gewalt und K.O.-Tropfen. ein erheblicher Teil der Bevölkerung berichtete von Gewalterfahrungen in der Kindheit und Jugend.
Sexuelle Belästigung hat fast jede zweite Person in ihrem Leben erfahren.Mehr als ein Viertel der Befragten gab an, in den letzten fünf Jahren sexuelle Belästigung erlebt zu haben. Frauen sind hierbei deutlich stärker betroffen als Männer.
Hintergrund
Die Studie offenbart,dass mehr als jede zehnte Person in ihrem Leben Opfer eines sexuellen Übergriffs wurde. Frauen sind hierbei häufiger betroffen als Männer. Stalking und digitale Gewalt sind ebenfalls weit verbreitet, wobei frauen häufiger betroffen sind als Männer. Die Ergebnisse der Studie sollen dazu beitragen, die Dunkelziffer von Gewalttaten zu senken und die Betroffenen besser zu unterstützen.











