Proteste im Iran dauern an – Mindestens 65 Tote

Iran (Archiv)

Die Proteste im Iran dauern an. Die Informationslage bleibt wegen abgeschalteter Internet- und Telefonverbindungen unübersichtlich. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Activists in Iran berichtet von mindestens 65 Toten, darunter 50 Protestler und 15 Polizisten oder Behördenvertreter

Toyota Scheidt

Die Proteste im Iran dauern an, die Informationslage ist angesichts abgeschalteter Internet- und Telefonverbindungen weiterhin unübersichtlich.

Angaben von Menschenrechtsorganisationen

Die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Activists in Iran“ (HRA) berichtet von mindestens 65 toten. Darunter seien 50 protestierende sowie 15 Polizisten oder Behördenvertreter. Nach Angaben der Organisation wurden proteste in 180 Städten registriert.

In den Protesten geht es demnach weiterhin unter anderem um den Wertverfall der Landeswährung und Schwierigkeiten bei der Deckung des täglichen Bedarfs. Viele Proteste finden am späten Abend statt. Auch in Wohngebieten und von Dächern sollen Sprechchöre zu hören sein.

Vorgehen der behörden und Zahl der Festnahmen

Die Behörden reagieren nach Angaben von Menschenrechtlern mit Hausdurchsuchungen und Verhaftungen. Diese Maßnahmen werden als Mittel der Abschreckung und Einschüchterung beschrieben. Bei manchen Versammlungen sollen auch Schüsse zu hören sein. Laut menschenrechtlern sind bisher 2.311 Festnahmen gezählt worden. Die tatsächliche Zahl könnte nach diesen Angaben deutlich höher sein.

Ausbreitung der Proteste auf Städte und Universitäten

Zu den Teheraner Stadtteilen, in denen am dreizehnten Tag der Proteste Demonstrationen stattfanden, gehörten Chitgar, Moshiriyeh, Punak, Ashrafi Esfahani, Qeytarieh, der Westliche Ferdows Boulevard, Tehranpars, Rahahan Town (Eisenbahnviertel) und die Moqaddas-Ardabili-Straße.

Neben Teheran deuten Berichte auf Proteste in weiteren Städten hin, darunter Maschhad, Täbris, Schiras, abhar, Zahedan und Karaj. Zudem werden von 35 Universitäten Proteste gemeldet.

Belastung der Krankenhäuser

Die BBC zitierte in einem Bericht am Samstag mehrere Ärzte aus dem Iran. Diese erklärten demnach, ihre Krankenhäuser seien angesichts einer hohen Zahl von Verletzten überlastet.

Hintergrund: Wirtschaftskrise und Währungsverfall

Beginn der aktuellen Protestwelle

die aktuelle Protestwelle hatte am 28.Dezember in Teheran begonnen. Auslöser war der Zusammenbruch der iranischen Währung.

Wertverlust des Iranischen Rial

Auf den internationalen Devisenmärkten ist der Iranische rial mittlerweile praktisch wertlos geworden. Dies trägt nach übereinstimmenden Berichten zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler menschen bei und ist ein zentrales Thema der Proteste.

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