Lücken beim Schutz kritischer Infrastruktur in Deutschland
der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes,Stephan Kramer,sieht teils große Defizite beim Schutz der kritischen Infrastruktur in Deutschland. Potenzielle Angreifer hätten es im Bereich Sabotage und Spionage zu leicht, sagte Kramer dem „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe).
Leichte Zugänglichkeit sensibler Informationen
Noch heute seien im Internet mit einem Klick sensible Informationen über technische Details sowie teilweise Standorte mit GPS-Koordinaten abrufbar. Betroffen seien Kraftwerke, Hochspannungsleitungen, Telekommunikationsanlagen, wasserwerke und Pipelines in Deutschland.
Das geplante Kritis-Dachgesetz bezeichnete Kramer als „wichtigen Schritt“. Das Gesetz soll verpflichtende Vorgaben für Einrichtungen der sogenannten kritischen Infrastruktur schaffen, um Deutschland besser vor Sabotage, Terroranschlägen und den Folgen von Naturkatastrophen zu schützen.
Gesetz als erster Schritt, aber kein Allheilmittel
Ein Gesetz allein reiche jedoch nicht aus, um sensibilisierung und einen Bewusstseinswandel zu erreichen, erklärte Kramer. Große Teile von Gesellschaft, Wirtschaft, Behörden und Politik befänden sich immer noch im „Schlafwagen der jahrzehntelangen Friedensdividende“, und die „Einschläge“ kämen näher.
Angespannte Lage im Cyberraum
Besonders angespannt sei die Lage im Cyberraum. der Lagebericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verweise auf einen „deutlichen Anstieg“ von Störungsmeldungen im Bereich kritische Infrastruktur.Zugleich rückten Sabotageakte und der Einsatz von Drohnen stärker in den fokus.











