Psychische Belastungen bei der Polizei
Die psychischen und emotionalen Belastungen von Polizisten in Deutschland sind laut einer Auswertung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) signifikant höher als in anderen Berufen. Der „Münchner Merkur“ berichtet in seiner Dienstagausgabe über die Ergebnisse, die auf der bundesweiten Beschäftigtenbefragung „Index Gute Arbeit“ des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) basieren.
Konflikte und Beleidigungen
laut der gdp-Auswertung sind Polizeibeamte besonders häufig Konflikten ausgesetzt. 50 Prozent der befragten Polizisten berichteten von solchen Erfahrungen, während der Durchschnitt in anderen Berufsgruppen bei 14 prozent liegt. Zudem werden Polizisten überdurchschnittlich oft Opfer von Beleidigungen oder respektlosem Verhalten (18 Prozent gegenüber 10 Prozent).
Hohe Anforderungen und zeitdruck
55 Prozent der befragten Beamten gaben an, oft Anforderungen erfüllen zu müssen, die schwer miteinander zu vereinbaren seien. In anderen Berufsgruppen liegt dieser Wert bei 32 Prozent. zudem fühlen sich 51 Prozent der Polizisten häufig bei der Arbeit gehetzt und unter Zeitdruck.
Langzeiterkrankungen und Sicherheitsprobleme
Hagen Husgen vom GdP-bundesvorstand erklärte, dass dauerhafte psychische Belastungen immer häufiger zu Langzeiterkrankungen und Ausfällen von mehr als zwölf Wochen führen.Dies könne mittelfristig zu einem Sicherheitsproblem in Deutschland führen, da die gesunden Beschäftigten das Fehlen der Erkrankten nicht mehr auffangen könnten.
Forderungen an die Politik
Husgen fordert Bundesinnenminister Alexander dobrindt (CSU) auf, Maßnahmen zu ergreifen. Er betont die Notwendigkeit von mindestens 20.000 zusätzlichen Polizisten, um die aktuellen Aufgaben zufriedenstellend zu erfüllen und weitere Erkrankungen zu vermeiden. Die Polizei sei zunehmend von politischen Vorgaben getrieben,was die Belastung der Beamten erhöhe.
Studienbasis
Für den DGB-Index wurden insgesamt 36.598 Arbeitnehmer zu ihren Arbeitsbedingungen befragt. Die Daten für die Polizei basieren auf den antworten von 296 Beschäftigten aus dem Polizeivollzugs- und Kriminaldienst.











