Effiziente Entscheidungsstrategien von Hummeln
Hummeln passen ihre Strategien bei der Nahrungssuche flexibel an die verfügbaren Informationen an. Dies zeigt eine Studie von Forschern der Universität Konstanz und der Universität Würzburg. Die Insekten speichern nur so viele Merkmale einer Blüte, wie für eine verlässliche unterscheidung nötig sind, um Zeit und Energie zu sparen.
Merkmale der Blüten
Bei der Suche nach Nektar und Pollen fliegen Hummeln täglich hunderte Blüten an. Jede Blüte erfordert eine Entscheidung: lohnt sich der Anflug oder nicht? Um Energie zu sparen, merken sich die Insekten, welche Blütenarten zuvor Nahrung boten. sie können verschiedene Merkmale wahrnehmen,etwa Farbe,Form,Muster oder Duft.
Experimente und Ergebnisse
In Experimenten trainierten die Forscher Hummeln darauf, bestimmte Kombinationen aus Farbe und form mit einer Zuckerlösung zu verknüpfen. Beispielsweise erhielten die Tiere bei einer blauen, sternförmigen Blüte eine Belohnung, während eine gelbe, runde Blüte nur Wasser enthielt. Nach mehreren Durchgängen steuerten die Hummeln gezielt die belohnten Blüten an, was darauf hinweist, dass sie die entsprechenden Merkmale gespeichert hatten.
Entscheidungsfindung
Entscheidend war, welche Informationen die Tiere tatsächlich für ihre Entscheidung nutzen. Die Forscher kombinierten die erlernten Merkmale neu: Die zuvor belohnte Form erschien in einer anderen Farbe. Waren die Farben im Training klar unterscheidbar, orientierten sich die Hummeln fast ausschließlich an der Farbe. Bei ähnlichen Farben, wie Gelb und Orange, lernten die Hummeln zusätzlich die Form oder das Muster der Blüte. Wurden ihnen später nur graue Blüten präsentiert, entschieden sie sich häufiger für die richtige Form, benötigten jedoch mehr Zeit für diesen Lernprozess.
Ressourcenschonende Strategie
Die Insekten wählen offenbar eine Strategie nach dem Prinzip „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Ist ein Merkmal eindeutig, genügt es ihnen. Erst bei schwierigerer Unterscheidung verarbeiten und speichern sie zusätzliche informationen. Nach Angaben der Wissenschaftler reduziert dieses Vorgehen den kognitiven Aufwand und spart Ressourcen.











